Kunst aus 10.000 Kubikmetern Sand
In Travemünde erzählen Sandskulpturen ab heute die Geschichte der Menschheit.

Travemünde. Vom Ursprung des Lebens bis in die digitale Gegenwart – unter dem Thema „Zeitreise im Sand“ öffnet die Sandskulpturen Ausstellung Travemünde am heutigen Sonnabend, 14. März, die Türen für die nunmehr achte Saison. Bis zum 1. November können Gäste einen der ungewöhnlichsten Rundgänge durch internationale Sandkunst direkt am Fischerei­hafen in Lübeck-Travemünde erleben.

Auf mehr als 3500 Quadratmetern schaffen 25 internationale Künstlerinnen und Künstler ein begehbares Panorama der Geschichte. Die Skulpturen­Carver – ausgezeichnet auf internationalen Wettbewerben und Festivals – gehören zu den renommiertesten Vertreterinnen und Vertretern ihres Fachs weltweit. Mit Werkzeugen, Fingerspitzengefühl und handwerklicher Präzision formen sie aus Spezialsand Werke mit beeindruckender Ausdruckskraft und Detailreichtum. Vergänglich von Natur aus, aber im Moment ihres Bestehens von monumentaler Wirkung. „Mit den Sandskulpturen wollen wir etwas erschaffen, das wirklich berührt – nicht nur beeindruckt“, sagt Oliver Hartmann, Ausstellungsleiter der Sandskulpturen Travemünde. „Die Menschheitsgeschichte ist unser größtes gemeinsames Erbe, und wenn man sie plötzlich vor sich stehen sieht, greifbar und dreidimensional, passiert etwas mit den Menschen. Diese Wirkung der Sandskulpturen erleben wir jedes Jahr aufs Neue.“

Der Rundgang in der überdachten Halle in der Travemünder Landstraße startet dort, wo alles begann: im Meer. Aus dem ersten Aufkeimen des Lebens heraus führt die Zeitreise über Dinosaurier und Mammuts, die ersten Menschen und Neandertaler, bis hin zum frühen Sonnenobservatorium von Goseck – einem der ältesten Zeugnisse menschlicher Kultur auf europäischem Boden. Was folgt, ist ein Streifzug durch die großen Hochkulturen: das alte Ägypten mit dem Auge des Horus, die Welt Homers, das römische Imperium, Germanen und Wikinger. Das Mittelalter begegnet den Besucherinnen und Besuchern in Gestalten wie Karl dem Großen, Jeanne d’Arc und dem legendären Freibeuter Störtebeker – und auch die Pest, die Europa einst in seinen Grundfesten erschütterte, findet ihren Platz in dieser Erzählung aus Sand.

Von der Renaissance

bis zur Gegenwart

Mit Gutenberg und dem ersten Buchdruck, Leonardo da Vinci und den großen Entdeckungsreisenden bricht die Renaissance an. Luther, Goethe und die Französische Revolution markieren den Weg in die Neuzeit. Dampfmaschine und Industrialisierung, Einstein und die Relativitätstheorie, der Fall der Berliner Mauer, die Europäische Union – die Zeitreise endet schließlich in unserer eigenen Gegenwart und wagt einen Ausblick in die Zukunft.

Entdeckungsmomente

für Jung und Alt

Zwischen all diesen historischen Momenten finden sich auch vertraute Gesichter – alles möglich durch eine kleine Zeitreise­Maschine aus Sand: So treffen die Gäste auch auf Till Eulenspiegel, die Mainzelmännchen oder Bernd das Brot. Kleine Überraschungen, die den Rundgang für Kinder ebenso kurzweilig machen wie für Erwachsene – und die zeigen, dass Geschichte nicht trocken daherkommen muss.

Die Ausstellung ist wetterunabhängig – und damit nicht nur ein Highlight bei strahlendem Sonnenschein, sondern ebenso eine willkommene Alternative an windigen oder regnerischen Ostseetagen. Informationstafeln erläutern Hintergründe zur Kunst der Sandskulpturen, im Café­Bereich lässt sich eine Pause einlegen, und Kinder können im eigenen Sandbereich selbst kreativ werden. Auch angeleinte Hunde sind willkommen.

Die Türen einer der weltweit größten überdachten Ausstellungen für Sand-Kunstwerke ist vom 14. März bis 1. November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Tickets gibt es an der Tageskasse zum Preis von 13,50 Euro für Erwachsene, 8,50 Euro für Kinder, 12,50 Euro ermäßigt für Rentner und Studierende sowie für 38 bis 43 Euro für Familien. Ab einer Anzahl von 20 Personen kann ein Gruppenrabatt vereinbart werden.



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