Schockanruf: Falscher Polizist am Telefon

Scharbeutz. Vor Kurzem ist es in Scharbeutz zu einem sogenannten Schockanruf gekommen. Ein Senior wurde dabei so stark unter Druck gesetzt, dass er den Betrügern am Ende Wertgegenstände im Wert von rund 1000 Euro übergab. Die Bezirkskriminalinspektion Lübeck ermittelt und sucht Zeugen.

Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt der Mann aus Ostholstein gegen 19 Uhr einen Anruf auf seinem Festnetz. Am anderen Ende meldete sich ein angeblicher Polizist aus Bayern. Er behauptete, der Sohn des Seniors habe einen schweren Unfall verursacht, bei dem eine Frau tödlich verletzt worden sei. Um eine Haftstrafe zu verhindern, müsse der Sohn nun 30.000 Euro zahlen.

Als der Senior erklärte, dass er so viel Geld nicht habe, lenkten die Täter das Gespräch gezielt auf mögliche Wertgegenstände im Haus. Schließlich wurde er angewiesen, diese an eine Abholerin zu übergeben. Das Telefonat zog sich bis etwa 21.30 Uhr hin – so lange hielten die Betrüger den Mann am Telefon, um ihn weiter unter Druck zu setzen und ihn von Rückfragen abzuhalten. Dann erschien eine Frau bei ihm und nahm die Wertsachen entgegen.

Die Abholerin sprach Deutsch, war etwa 1,70 Meter groß, schätzungsweise 40 bis 50 Jahre alt und hatte mittellange grau-braune Haare. Sie trug einen braun-beigefarbenen Mantel.

Die Ermittler bitten nun um Hinweise: Wer am Dienstag, 10. Februar, zwischen 19 und 23 Uhr im Bereich Kammerweg oder Am Bürgerhaus verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Polizei unter Tel. 04503/408150 oder per E-Mail an AKTdf.Luebeck.BKI@polizei.landsh.de zu melden.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich vor solchen Betrugsmaschen. Typisch ist, dass sich die Anrufer als Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen ausgeben und mit dramatischen Geschichten Druck aufbauen. Oft geht es um angebliche Unfälle oder Notlagen von Angehörigen, verbunden mit hohen Geldforderungen. Wichtig ist: am Telefon keine persönlichen oder finanziellen Informationen preisgeben, sich nicht unter Druck setzen lassen und das Gespräch im Zweifel beenden.

Wer sich unsicher ist, sollte selbst aktiv werden und Angehörige oder die örtliche Polizei über bekannte Telefonnummern kontaktieren – nicht über die Nummer, die der Anrufer nennt. Bargeld oder Wertgegenstände sollten niemals an Unbekannte übergeben oder irgendwo deponiert werden. Außerdem sollte man mit Nachbarn oder Vertrauenspersonen sprechen, wenn einem ein Anruf verdächtig vorkommt. Und: in so einem Fall immer die Polizei rufen.

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