Der Teutenbrook ist als Hauptverkehrsachse der „Neuen Teutendorfer Siedlung“ – oder von „Travehusen“, so der populäre Name – gedacht. Die Achse wird acht Wohninseln verbinden. Hier sollen bald zwischen 1200 und 1800 Neu-Travemünderinnen und -Travemünder ihr Zuhause haben.
„Wir verfolgen ein nachhaltiges Mobilitätskonzept mit Car-Sharing und Lastenfahrrädern. Wir bekommen sogar eine neue Buslinie mit Haltestellen mitten ins Wohngebiet, die das Quartier im Halbstundentakt direkt über die Bahnhöfe oder den Schnellbus in Richtung Lübeck anschließt“, erklärt Petra Wedemann. Als Leiterin der Projektentwicklung begleitet sie von Beginn an das Mammutvorhaben im Ostseebad, das sich über eine Fläche von 27 Hektar erstreckt.
Also seit August 2021, als das niederländische Unternehmen Bouwfonds Immobilienentwicklung – kurz bpd –, einer der größten Projekt- und Gebietsentwickler in Europa, die große Ackerfläche östlich des Gewerbegebiets „Am Dreilingsberg“ gekauft hatte.
Inzwischen wird die Umsetzung des Wohngebiets konkreter: So sind auf dem detaillierten Projektplan schon „Moorbekstraße“, „Am Wasserlauf“, „Langensegenwiese“ und alle weiteren Straßennamen des neuen Quartiers zu lesen.
„Diese Ringstraßen werden die einzelnen Wohnbereiche jeweils mit dem zentralen Teutenbrook verbinden“, erklärt der Projektsteuerer Jürgen Quade, während er einzelne Straßenverläufe mit dem Finger auf dem Plan nachzeichnet. 57.000 Quadratmeter Wohnfläche seien vorgesehen, aufgeteilt in Einzelhäuser, Doppelhaushälften, Reihenhäuser sowie Geschosswohnungsbau mit vier Etagen.
Was bei dem grafischen Entwurf an der Wand auffällt: Es wird ringsherum viel Grün geben. Auf die speziell gekennzeichneten Flächen angesprochen, sprudelt es förmlich aus Petra Wedemann heraus. „Wir werden mehr als 300 heimische Laubbäume auf dem Areal pflanzen, Blühwiesen anlegen sowie zahlreiche Trockenmauern für Reptilien. Außerdem wird die Moorbek, die bisher teils unterirdisch in Rohren verlaufen ist, offengelegt und renaturiert sowie rundherum ein Wanderweg angelegt“, berichtet sie.
Ihr Kollege Quade fasst es mit der Formel „ein Drittel zu zwei Drittel“ zusammen. Heißt: Nur ein Drittel der Gesamtfläche werde bebaut. Zudem erwähnt er noch den nachhaltigen Ansatz der autarken Wärmeversorgung. „Wir bringen in den zwölf Hektar großen Parkanlagen ungefähr 200 Erdsonden in 150 Metern Tiefe ein. Über eine Art Tauscher-Prinzip werden die Haushalte mit Wärme versorgt“, erläutert er. Im kommenden März werde man mit diesem Ausbau beginnen.
Auf dem gigantischen Areal entlang des zukünftigen Teutenbrook ist mächtig Betrieb. Der milden Witterung sei Dank, sagt Quade während einer Baustellenführung. Auf den angelegten Baustraßen, zwischen großen Erdhügeln und Erdwällen, wird tonnenweise Erde bewegt.
Radlader, schwere Zugmaschinen mit Hänger sowie Bagger sind auf den einzelnen Baufeldern aktiv. Wie große Pilze ragen teils schon Schachtanlagen für die Ver- und Entsorgungsleitungen aus dem Untergrund. „Das Blaue da drüben ist schon die erste Wasserleitung“, sagt der Projektsteuerer und zeigt auf einen dicken, blau markierten Plastikschlauch, der aus der Erde schaut.
Die 30-Kilovolt-Stromtrasse sei schon im vergangenen Jahr verlegt worden. „Jetzt sind wir bei Teil eins der Erschließungsmaßnahmen. Der komplette Rohrleitungsbau und die Vorbereitung der Straßenkörper laufen nun. Auch die vier Regenrückhaltebecken auf dem Areal werden angelegt“, führt Quade aus.
Seinem eigentlichen Zweck folgt das Baugebiet im Herbst 2026: Dann soll das erste Fundament für ein Haus gelegt werden. „Wir starten im Westen mit dem Reihenhaus-Bau sowie mit dem Geschosswohnungsbau“, sagt er und weist mit der Hand auf das Ende des Teutenbrooks hin.
Im Sommer 2028 sollen die ersten „Travenhusener“ einziehen können. Bis Ende 2032 wolle man schließlich mit allem durch sein. Dass von dem neuen Wohnquartier schon jetzt eine Anziehungskraft ausgeht, kann Petra Wedemann an der Anzahl der Newsletter-Interessentinnen und -Interessenten ablesen.
„Wir haben schon mehr als 1500. Mit dem Vertrieb der ersten Wohnungen werden wir wahrscheinlich im zweiten Quartal 2026 beginnen können“, sagt sie und schaut dabei auf den Uferbereich der schon freigelegten Moorbek. Dort sonnen sich Saatkrähen und Möwen. „Die Vögel haben das hier alles schon angenommen“, sagt sie und schmunzelt.