Maria Königin war über Jahrzehnte ein Ort für Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Beisetzungen. Viele Menschen aus der Umgebung verbinden mit der Kirche persönliche Erinnerungen und spirituelle Erfahrungen. Nach den Plänen von Holger Klindwort soll das Areal künftig weiterhin ein Ort der Begegnung sein – mit Kunst und Kultur.
Klindwort ist Kunstliebhaber und -sammler. Zu seiner Sammlung gehören mehr als 3000 Kunstwerke, darunter Werke mit zum Teil überregionaler Bedeutung. Die Kunstwerke waren bereits bundesweit in Ausstellungen zu sehen.
Im Kulturzentrum soll auch das Museum „Kunst der Ostküste“ seinen Platz finden. Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Bad Schwartau wurde im Jahr 2021 gegründet. Vorsitzender ist Holger Klindwort, sein Stellvertreter ist Peter Wendt aus Ratekau.
Ein Konzept für das geplante Zentrum hat Klindwort gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe erarbeitet. Zu ihr gehören unter anderem Harald Werner, Klaus Nentwig, Achim Wallmeroth, Andreas Marks und Nils Hinrichsen. Der Historiker Hinrichsen ist 61 Jahre alt und kennt Klindwort bereits seit vielen Jahren durch seine Arbeit beim Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg. Er soll später die Leitung des Kulturzentrums übernehmen.
„Das Gemeindezentrum mit seiner bestehenden Infrastruktur ist der perfekte Ort für ein kulturelles Zentrum mit einem Kunstmuseum“, sagt Klindwort. „Konzerte und Ausstellungseröffnungen könnten wunderbar in der Kirche stattfinden.“ Angaben zur Kaufsumme macht er nicht.
Als Träger des Kulturzentrums ist eine gemeinnützige GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 Euro vorgesehen. Als Gesellschafter sind die Stadt Bad Schwartau, der Gemeinnützige Bürgerverein, die Kulturstiftung Ostholstein, die Sparkassenstiftung Holstein, Arend Oetker von den Schwartauer Werken sowie Holger Klindwort geplant. Klindwort soll dabei als Leihgeber der Kunstsammlung und als Grundstückseigentümer beteiligt sein.
„Ich hoffe sehr, dass die Stadt mit einsteigt. Dieses Zentrum wird überregionale Außenwirkung haben“, verspricht Klindwort. Ohne der Politik vorgreifen zu wollen, erklärte Bürgermeisterin Katrin Engeln (Grüne): „Das Konzept finde ich ansprechend und sehe Potenzial für unsere Stadt.“
Aus Sicht von Klindwort hat das Kirchengrundstück mit seinen knapp 5500 Quadratmetern alles, was es braucht. Das Ensemble besteht aus der unter Denkmalschutz stehenden Kirche aus dem Jahr 1955, einem freistehenden Glockenturm, vier abgeschlossenen Wohneinheiten und einem Gemeindezen-trum, der früheren Arche. Die Kirche mit Sakristei hat eine Nutzfläche von knapp 300 Quadratmetern. Das Gemeindezentrum verfügt über rund 430 Quadratmeter, die vier Wohnungen zusammen über 330 Quadratmeter. Dazu kommt ein Außenbereich, der für Events genutzt werden kann. Das Grundstück liegt gegenüber dem Kurpark und nur etwa 250 Meter vom Zentrum Bad Schwartaus entfernt. Ausreichend Parkflächen sind zudem auf dem Areal und in fußläufiger Nähe vorhanden.
Die ehemalige Kirche bietet Platz für 130 Gäste. Sie soll für wechselnde Ausstellungen, Sonderausstellungen, Konzerte, Lesungen, Vorträge, Theater und Events genutzt werden. Die sakralen Objekte in dem Bau sollen auf alle Fälle erhalten bleiben. „Was uns fehlt, ist noch ein bespielbarer Flügel“, sagt Klindwort.
Angestrebt wird eine Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Lübeck, der Jungen Oper Lübeck, dem SHMF und weiteren Protagonisten des Kulturlebens. Vorgesehen sind Veranstaltungen für alle Altersklassen. Angestrebt wird zudem eine enge Zusammenarbeit mit dem städtischen Archiv und dem örtlichen Heimatmuseum, das in das alte Amtsgerichtshaus am Markt einziehen soll.
Nach der Unterzeichnung der Verträge sollen erste Maßnahmen beginnen: Malerarbeiten und die Herrichtung der sanitären Anlagen. Mittelfristig soll eine neue Heiztechnik installiert werden. „Wärmepumpe und Photovoltaik wären wünschenswert.“ Bereits Anfang 2027 ist eine erste Ausstellung geplant: eine Wanderausstellung zum Leben und Wirken des Barock-Orgelbauers Arp Schnitger.