Der Löschzug Gefahrgut Süd, mehrere Feuerwehren, Rettungswagen und Notärzte waren am Morgen angerückt. Nach ersten Angaben der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) Süd handelte es sich bei dem Gefahrgut um rund 200 Milliliter eines speziellen Reinigers. Wie Lars Wellmann später konkretisierte, war es ein Desinfektionsreinigungsmittel, das auf einer Fläche von circa fünf Quadratmetern ausgelaufen war. Daraufhin habe sich stark ätzendes Gas im Keller verbreitet.
Zum Beginn des Einsatzes wurden die Seniorinnen und Senioren in einen anderen Gebäudeteil gebracht, sodass sich niemand mehr in den Räumen über dem Keller befand, erklärt der stellvertretende Kreiswehrführer. Das Gas sei mittels Überdruckbelüftung hinausbefördert worden. Die ätzende Flüssigkeit hätten die Experten mit einem Chemikalienbinder gebunden, aufgenommen und in sichere Behälter verpackt. Wellmann: „Das ist sehr gut gelaufen. Der Plan hat funktioniert.“
Eine Fachfirma sollte die Behälter später entsorgen. Der Keller sei belüftet worden. „Es sind keine Schadstoffe mehr in der Luft“, sagt Wellmann. Der Heimbetreiber habe eine Reinigungsfirma beauftragt, die in der Wäscherei sofort tätig wurde. Gegen 13 Uhr habe die Feuerwehr die Einrichtung samt aller Wohnräume wieder freigeben können.
„Der Einsatz war sehr aufwendig, sehr kräfteintensiv“, resümiert der stellvertretende Kreiswehrführer. Weil so viele Atemschutzträger benötigt wurden, seien neben den Freiwilligen Feuerwehren Bad Schwartau und Groß Parin weitere Kräfte anderer Wehren zur Unterstützung herangezogen worden.
Das Haus am Großen Krug ist nach eigenen Angaben eine familiäre Pflegeeinrichtung mit 45 Zimmern für bis zu 51 Seniorinnen und Senioren. Das Heim befindet sich in der kleinen Gasse Großer Krug. Die angrenzende Eutiner Straße (L309) wurde während des Einsatzes zwischen Riesebusch und Markt/Eutiner Ring für den Verkehr gesperrt, die Autos wurden umgeleitet. Die Sperrung konnte bereits gegen 11.30 Uhr aufgehoben werden.