Erste Maßnahmen und Hilfstelefone
Petra Glück ist Opfer von K.O.-Tropfen, klärt auf und warnt.

Stockelsdorfs Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich (v.li.), Pamela Clasen von der Schulsozialarbeit, Autorin und Referentin Petra Glück, die Leiterin der Gemeindebücherei Kathrin Brümmer und Evelyn Hanack von der Schulsozialarbeit klärten über die Gefahren von und den Umgang mit K.O.-Tropfen auf.Foto: Gemeinde Stockelsdorf
Stockelsdorf. Die Schulsozialarbeit der Gerhard-Hilgendorf-Schule (GHS), die Gemeindebücherei und die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Stockelsdorf haben erneut über die Gefahren durch K.O.-Tropfen aufgeklärt. Bereits zum zweiten Mal hat Petra Glück, Autorin des autobiografischen Buchs „Lass dich nicht k.o.-Tropfen!!“, vor rund 100 Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen der Gerhard-Hilgendorf-Schule umfassend über die Gefahr im Glas aufgeklärt.

Nachdem Petra Glück als junge Frau im Rahmen eines Klassentreffens von ehemaligen Mitschülern mit K.O.-Tropfen betäubt und in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt wurde, hat sie über viele Jahre versucht, dieses Verbrechen zu verdrängen, und mit den Folgen weitergelebt. Erst als sie 18 Jahre danach schwer an einer Posttraumatischen Belastungsstörung erkrankte, suchte sie Hilfe und recherchierte und erfuhr, dass Opfer von K.O.-Tropfen und anschließender Vergewaltigung oft sehr auf sich alleine gestellt sind. Unterstützung geben Frauenberatungsstellen, Juristen oder wie bei ihr der Weiße Ring. Mädchen ab dem 14. Lebensjahr und Frauen, können sich persönlich, telefonisch oder schriftlich über das anonyme datensichere Mailprogramm „text us“ an die Beraterinnen vom Frauennotruf Ostholstein wenden. Das bundesweite Hilfetelefon ist unter 116016 rund um die Uhr erreichbar.

Petra Glück appellierte eindringlich an die Begleitpersonen von Betroffenen: „Unverzichtbar ist die Hilfe durch die Menschen, die anwesend sind und beim Opfer plötzlich einen Zustand der Übelkeit, Willenlosigkeit und absoluten Erschöpfung wahrnehmen.“ Der Frauennotruf Ostholstein rät, sofort und als Erstes den Rettungswagen zu rufen, um Verletzungen zu dokumentieren, Blut- und Urinproben zu sichern und dem Opfer zu helfen. In Ostholstein werden im UKSH werden bei diesem Vorgehen kostenlos Spuren gesichert und bis zu 20 Jahre aufbewahrt. Die Opfer entscheiden selbst, wie sie mit diesen Beweisen umgehen möchten. Anschließend können die Polizei informiert und eine Anzeige aufgegeben werden.

Die Schülerinnen und Schüler der GHS Stockelsdorf haben von aktuellen Fällen berichtet, in denen Menschen aus ihrem Umfeld K.O.-Tropfen verabreicht wurden. In diesen Fällen haben die Umstehenden richtig reagiert und den Rettungswagen gerufen, denn bei einer Überdosierung oder in Wechselwirkung mit Alkohol besteht Lebensgefahr.

Die Untersuchungsstelle für Betroffene von Gewalt am UKSH Lübeck ist unter www.vertrauliche-spurensicherung-sh.de sowie Tel. 0431/50015901 oder -15902 erreichbar, das Opfertelefon des Weißen Rings unter Tel. 116006, das Hilfetelefon bei Gewalt gegen Frauen unter 116016.

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