Rund 3500 Objekte umfasst das Inventar des Museums, doch nicht zu allen existieren verlässliche Informationen. Einige dieser Stücke sind nun in zwei Vitrinen im ersten Obergeschoss in der Bücherei ausgestellt. Darunter befinden sich drei Steckkämme aus der Zeit um 1850 sowie zwei Milchflaschen der Bad Schwartauer Meierei Eitel, die einst in der Schulstraße ansässig war. „Es wäre toll zu erfahren, woher diese Kämme kommen oder wer die Flaschen ans Museum übergeben hat“, sagt Museumsleiterin Judith Ohrtmann.
Auch über eine Zeichnung aus dem Jahr 1952 von Hans Buchheister mit dem Titel „Durchblick auf Haars Garten“ ist wenig bekannt. Das Bild gehört zu einem Konvolut mit 46 Zeichnungen des Künstlers, der in den 1950er-Jahren in der Bad Schwartauer Goethestraße lebte. „Es wäre spannend zu wissen, welcher Garten in Bad Schwartau möglicherweise die Vorlage für das Bild war“, sagt Ohrtmann.
Ein erster Hinweis ist bereits eingegangen. „Eine Familie namens Haar soll bis in die 1950er-Jahre in der Auguststraße gelebt haben. Das wurde uns mitgeteilt“, berichtet Ohrtmann. Büchereileiterin Wiebke Kuchel ist optimistisch, dass künftig weitere Fälle gelöst werden. „Die Bücherei ist gut frequentiert – um die 150 Besucherinnen und Besucher kommen am Tag. Die Vitrinen finden hier durchaus Beachtung“, so Kuchel.
Fragen wirft auch ein Wetterhahn aus Messing mit herausgestanzten Zierdurchbrüchen auf. Die Inschrift „H. Grube 1794 aus Vorwerk Gott zu Ehren“ ist zu erkennen. „Der Wetterhahn ist ein sogenannter Depot-Fund“, sagt Ohrtmann. „Ich habe ihn nach meinem Amtsantritt 2018 ohne weitere Inventarisierung oder Dokumentation im Museumsdepot gefunden.“ Ihre Recherchen seien immer wieder ins Leere gelaufen. Es sei kein weiterer Ermittlungsansatz geblieben. Daher gehe man nun an die Öffentlichkeit. „Interessant wäre zu wissen, von welchem Dach der Wetterhahn stammt und wer ihn dem Museum überlassen hat.“Hintergrund der Kooperation ist auch eine mögliche gemeinsame Zukunft: Perspektivisch könnten Museum und Bücherei in das Gebäude des Amtsgerichts ziehen. Schon jetzt wollen beide Einrichtungen ihre Zusammenarbeit stärken.
Die Ausstellung soll regelmäßig aktualisiert werden, sodass immer neue Rätsel auf die Spurensucher warten. „Wie häufig die Exponate wechseln, wird sich zeigen und hängt auch von der Resonanz ab“, sagt Ohrtmann. Hinweise zu den Objekten nimmt das Museum per E-Mail an museum@bad-schwartau.de oder unter Tel. 0451/20002451 entgegen.