Flynn bekommt Impfung gegen den Krebs
Personalisierte Immuntherapie für Schüler aus Ahrensbök kostet 50.000 Euro.

Ein großer Traum wird wahr: Mit der ganzen Familie verbrachte Flynn (v.li.) einen Urlaub in den österreichischen Bergen. Täglich stand der sportbegeisterte 13-Jährige mit seiner Zwillingsschwester Ida, den Eltern Krystian und Jana sowie seinem jüngeren Bruder Velten auf den Brettern.Foto: privat/hfr
Ahrensbök. Es liegen ereignisreiche Wochen hinter Flynn. Das Jahr 2026 hat für den krebskranken Jugendlichen aus Ahrensbök mit einem echten Highlight begonnen. Und noch mehr Höhepunkte warteten auf den 13-Jährigen, der an einem Hirntumor erkrankt ist. Seit der Diagnose im Oktober 2025 kämpfen er und seine Familie gegen den Krebs. Und dank Spenden kann Flynn nicht nur seine Träume verwirklichen. Mediziner aus Tübingen versuchen, für den sportbegeisterten Jungen aus Ahrensbök eine personalisierte Impfung zu entwickeln.

„Das Geld dafür haben wir zusammen“, sagt Flynns Tante Nina Tion erfreut. Nach der Krebsdiagnose war sie es, die sofort über die Internetplattform gofundme.com zu Spenden für ihren Neffen aufrief. Inzwischen sind etwa 69.700 Euro zusammengekommen.

Dank der Spendengelder kann Flynns Familie die etwa 50.000 Euro teure Therapie angehen. Eine Therapie, die das Immunsystem darauf trainiert, spezifische Krebszellen zu erkennen und zu zerstören. Anders als vorbeugende Impfungen richtet sie sich gegen bestehende Tumore.

Die Impfung gegen den Hirntumor soll Flynns Immunsystem auf mutierte Proteine, die nur in den Tumorzellen vorkommen, aufmerksam machen. Entwickelt werden Impfstoffe basierend auf Peptiden, also Eiweißstücken.

Krebs-Impfung ist noch

keine Standardtherapie

Bei dieser Therapie handelt es sich um ein Forschungsgebiet, das noch nicht als Standardtherapie zugelassen ist. Ob und wann Flynn diesen Impfstoff bekommt, hängt nun von Untersuchungsergebnissen ab.

Seine Tante Nina Tion ist zuversichtlich, dass der 13-Jährige die Immuntherapie angehen kann, sobald der Impfstoff bereitliegt. Das könne noch etwa vier Monate dauern, sagt Tion.

Bis dahin hofft sie, dass sich ihr Neffe noch viele Träume erfüllt. Einige – vorwiegend sportliche – durfte er bereits mit seiner Familie erleben. So durfte der begeisterte Golfspieler gleich zu Beginn des Jahres in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen, um bei einem internationalen Golfturnier live dabei zu sein. „Flynn war mit seinen Eltern in Dubai und hat viele bekannte Golfprofis getroffen“, erzählt Nina Tion. Er habe sogar Rory McIlroy die Hand geschüttelt, berichtet Tion von Flynns Begegnung mit dem nordirischen Golfprofi, die der Golfausrüster Taylormade vor Ort arrangiert hatte.

Knapp einen Monat nach Dubai riefen die Berge in Österreich. Noch ein Traum, der dank der Spenden wahr wurde. „Flynn liebt Skifahren“, betont seine Tante. Sie und die restliche Großfamilie begleiteten Flynn nach Österreich. „Es war zu schön, um wahr zu sein. Alle haben die Auszeit genossen, alle waren glücklich. Und die Berge sind einfach magisch“, erzählt Tion. Obwohl Flynn aufgrund seiner Medikamenteneinnahme schwach gewesen sei, stand der 13-Jährige täglich für ein paar Stunden auf den Brettern. „Es war ein ganz, ganz toller Urlaub“, schwärmt Tion.

Medikamente schwächen

Wieder zu Hause muss sich Flynn immer öfter ausruhen. Das geliebte Fußballtraining mit seiner Mannschaft, der SG Pönitz/
Ahrensbök, ist derzeit nicht möglich. „Die Medikamente müssen noch richtig eingestellt werden. Das schwächt ihn“, erklärt Tion. Trotzdem kämpft Flynn weiter gegen seine Krankheit. „Er macht alles und genießt alles“, sagt Tion. Seine Tante ist überzeugt: Es kommt bald eine Zeit, in der es Flynn wieder besser geht.Denn Mitte Mai steht eine weitere Reise an, die sich Flynn sehnlichst gewünscht hat. Ein Besuch im Disneyland in Paris. „Wir freuen uns darauf“, sagt Nina Tion. bz
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