Zumindest ein Teilbereich des Parkhauses ist jetzt fertig. Drei der insgesamt fünf Ebenen sind für Dauerparker geöffnet. Bei den zwei verbleibenden Ebenen sind noch wenige Restarbeiten erforderlich, die witterungsbedingt bislang nicht möglich waren – wie Bodenarbeiten am offenen Oberdeck. Aber die KWL, in Lübeck für Parken zuständig, hofft, dass diese Arbeiten in den kommenden Wochen abgeschlossen werden können. Dann könnte das gesamte Parkhaus – auch für Kurzzeitparker – im April freigegeben werden.
Das dürfte viele Autofahrer freuen – schließlich mussten sie lange darauf warten. Seit 2023 wird das Parkhaus, das 30 Jahre alt ist, saniert. Es war zum einen in die Jahre gekommen, zum anderen etwa durch sogenannte chloridinduzierte Korrosion (auch „Lochfraß“ genannt) erheblich beschädigt. Das passiert, wenn Streusalz in solche Bauwerke wie Parkhäuser gelangt.Das ist auch der Grund, wieso die Parkflächen-Trenner jetzt nur noch oben an der Decke befestigt sind und unten am Boden aufliegen. „Würden wir sie im Boden befestigen, würden durch die Löcher dort wieder Chloride in den Boden gelangen“, erläutert Volker Salomon von der KWL, der gemeinsam mit Dr. Ralph Bruns und Karen Puls das fast fertige Parkhaus zeigt. Es ist nicht nur instandgesetzt, sondern auch deutlich sichtbar modernisiert worden – für insgesamt 4,3 Millionen Euro.
An der Einfahrt gibt es keine Schranke mehr. Das Kennzeichen wird beim Hineinfahren automatisch gescannt. Vor der Ausfahrt muss das Kennzeichen an Automaten eingegeben und entsprechend der Parkdauer bezahlt werden. Auch die App „easypark“ kann genutzt werden. Bei den Preisen hat sich einiges getan: Kurzzeitparker zahlen zwei Euro, früher war es ein Euro pro Stunde. Der Tageshöchstsatz ist acht Euro. Dauerparker zahlen statt 65 jetzt 99 Euro monatlich.
Insgesamt gibt es 316 Stellplätze: 184 Kurz- und 132 Dauerparkplätze, berichtet Ralph Bruns. Zudem ist Platz für 13 Motorräder und acht Fahrräder. Es gibt zehn Stellplätze mit Ladestationen für E-Autos, davon einen für Mobilitätseingeschränkte, zusätzlich drei für Stadtautos. Neun Parkplätze sind Frauenparkplätze.
Einige Plätze für Dauerparker sind noch frei, es sind aber auch bereits einige an die ehemaligen Nutzer vergeben worden. „Wir haben denjenigen, die auf der alten Liste standen, erneut einen Platz angeboten. Aber es haben sich auch einige umorientiert oder benötigen vielleicht gar keinen Platz mehr“, sagt Karen Puls.
Was sich geändert hat: Es gibt zwar einen Bereich für Dauerparker, aber keine festen Parkplätze mehr. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich für ein bis zwei Wochen einzumieten. Und auch die Öffnungszeiten sind neu: Das Parkhaus hat jetzt 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche geöffnet. Vorher war es von 7 bis 21, samstags bis 22 Uhr geöffnet und sonntags geschlossen.
Auch farblich ist das Parkhaus anders gestaltet. Auf jeder Ebene ist eine andere Farbe an den Wänden zu erkennen. Und vielleicht kommt sogar noch etwas Farbe hinzu, verrät Volker Salomon: „Wir sind mit einer Graffitigruppe im Gespräch, ob sie vielleicht einen Bereich der Spindel schön gestalten.“