Die Statistiken zeigen, dass mehr als die Hälfte der Lübeckerinnen und Lübecker in nur drei von zehn Stadtteilen wohnt, nämlich in St. Jürgen, St. Lorenz Nord und St. Gertrud. Die meisten Kinder wohnen in St. Jürgen und die meisten Senioren in St. Gertrud.
In den letzten zehn Jahren ist Lübeck um 3,4 Prozent gewachsen (plus 7356 Personen). Besonders stark im Vergleich zum Vorjahr legten die Stadtteile Travemünde (plus 2,5 Prozent), Innenstadt (plus 0,5 Prozent), Moisling (plus 0,4 Prozent) und St. Gertrud (plus 0,4 Prozent) zu. Am meisten Einwohner gewann das Hafenquartier „Baggersand“ in Travemünde (plus 317). Den größten Rückgang gab es in Holstentor-Nord (-290).
Im vergangenen Jahr wurden 1597 Kinder in Lübeck geboren, während 2995 Menschen starben. Der Einwohnerzuwachs wird seit vielen Jahren durch den Zuzug erzielt. 7717 Deutsche sind im vergangenen Jahr aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zugezogen. Der Nettozuwachs – also abzüglich der Fortgezogenen – lag bei 609 Menschen.
Zuzüge aus dem Ausland haben noch mehr zum Bevölkerungswachstum beigetragen. Der Nettozuwachs betrug plus 705 Personen. Aktuell liegt der Anteil der Ausländer bei 14,6 Prozent der Gesamtbevölkerung (32.483 Personen). Die größten Gruppen stammen aus der Türkei, der Ukraine, Syrien und Polen. In Lübeck sind Menschen aus über 170 Ländern zu Hause.
Vor allem junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren ziehen nach Lübeck. In dieser Altersgruppe gab es einen positiven Wanderungssaldo von 1016 Personen. Zugleich hat die Altersgruppe der über 85-Jährigen mit 9220 Personen (4,1 Prozent) einen historischen Höchststand erreicht.
Die Zahl der Haushalte in Lübeck wächst weiter und liegt nun bei 126.653. Besonders auffällig: 54,1 Prozent aller Haushalte sind Einpersonenhaushalte (11,9 Prozent unter 30 Jahre; 21,6 Prozent 30 bis 60 Jahre; 21,7 Prozent über 60 Jahre).
Nach der aktuellen Haushaltsprognose der städtischen Statistiker wird die Zahl der Haushalte auch in der Zukunft ansteigen – und zwar um rund 3000 bis 2045. Und die Lübecker benötigen immer mehr Wohnfläche. 2000 waren es 36,4 Quadratmeter pro Einwohner, 2010 schon 40,4 und aktuell sind es 41,8 Quadratmeter.
Laut dem neuesten Kitabedarfsplan der Hansestadt ist nicht nur die Zahl der Neugeborenen im Jahr 2024 zurückgegangen. Auch die Zahl der Kinder unter drei Jahren sinkt weiter um 2,5 Prozent auf 5112. Die Zahl der Kinder von drei bis sechs Jahren ist auf 6383 gesunken.
Aus dem Rückgang der Kinderzahlen dürfe nicht auf einen Rückgang des Bedarfs an Kinderbetreuung geschlossen werden kann, mahnen die Kitaplaner der Stadt. Der elterliche Bedarf nach der Dauer des Betreuungsumfanges steige deutschlandweit, erklärt die Verwaltung: „80 Prozent der Eltern wünschen sich einen erweiterten Halbtagsplatz mit mehr als 25 Stunden Betreuung, einen Ganztagsplatz oder erweiterten Ganztagsplatz von mehr als 45 Stunden.“