Das Defizit muss das Unternehmen selbst tragen. Als Gründe für das Minus nannte Bergmann den Wegfall von Sponsoren und die hohen Gebühren für die Gema. Nun muss gespart werden.
Einige kostspielige Programmpunkte werden gestrichen, sagte Uwe Bergmann. „Das große Fischerdorf wird es nicht mehr geben. Es hat sich nicht gerechnet“, kündigte er an. Auch die Habour Lounge falle weg – die Musik war störend für die benachbarten Lotsen.
Die Illumination der „Passat“ ist im kommenden Sommer nicht mehr vorgesehen. Das traditionelle Feuerwerk zum Abschluss der Travemünder Woche werde aber wie gewohnt gezündet. Uwe Bergmann versicherte den Politikern, dass es keine Lücken beim Landprogramm geben werde. „Das wird ordentlich aussehen.“
„Ist es so, dass das Landprogramm den Segelsport finanziert?“, wollte Axel Flasbarth, Co-Fraktionschef der Grünen wissen. „Das war vor der Pandemie so“, antwortete Uwe Bergmann. Er verwies darauf, dass die Kieler Woche oder der Hamburger Hafengeburtstag von den Kommunen mit Millionenaufwand unterstützt würden. Die Besucher wollten inhaltlich etwas geboten bekommen. „Wenn wir die Qualität erhöhen und ausbauen wollen, müssen wir sehen, wie wir das finanzieren können.“
Er schlug den Politikern vor, gemeinsam zu überlegen, was für die Travemünder Woche existenziell notwendig und was nur ein Nice-to-have sei. Er lud die Ausschussmitglieder ein, im kommenden Sommer gemeinsam das Landprogramm in Augenschein zu nehmen.
Aber auch auf der sportlichen Seite muss bei der diesjährigen Auflage gespart werden, sagte TW-Geschäftsführer Frank Schärffe den Politikern. Er rechnet mit deutlich weniger Teilnehmern als sonst. 745 Boote und knapp 1500 Teilnehmer waren im vergangenen Jahr am Start, diesmal würden es etwa 450 Boote und 900 Teilnehmer sein.
Es habe zwei überraschende Absagen von Meisterschaften gegeben. „Die Lücke war nicht mehr zu füllen.“ Das bedeutet: weniger Meldegeld und weniger Campingeinnahmen. Auf der Kostenseite müssten bis zu 100.000 Euro eingespart werden.
Allerdings würden auch weniger Flächen gebraucht. „Der Grünstrand wird leer bleiben“, sagte Frank Schärffe. Zudem müsse bei zahlreichen kleineren Positionen gekürzt werden. Das sei eine ziemliche Herausforderung. „Können Sie die Kosten reinholen?“, fragte Axel Flasbarth. „Es sollte aufgehen“, antwortete Frank Schärffe. „Aber es kann immer wieder Überraschungen geben.“
Für 2026 und 2027 sehe die Lage aber schon ganz anders aus. Im kommenden Jahr sei die Travemünder Woche bereits derart ausgelastet, dass Meisterschaften abgesagt werden mussten. „Travemünde ist voll.“ 2025 sei ein Ausrutscher, sagte Frank Schärffe. Einen zusätzlichen Boom für die Segelsportveranstaltung erhoffe er sich von der Eröffnung des Fehmarnbelttunnels 2029. „Wir erwarten einen Push.“ Für Skandinavier werde es deutlich einfacher, zur Travemünder Woche zu kommen.
Premiere feiert in diesem Jahr das SUP Race Event. Die Stand-up-Paddler werden am 19. Juli direkt an der Altstadtinsel unterwegs sein. Organisiert wird die Veranstaltung vom Newport. Den sportlichen Ablauf stellt das Team der Travemünde Woche sicher. „Das ist eine schöne Ergänzung“, sagte Frank Schärffe.