Mehr als 80 Prozent der 16- bis 29-Jährigen folgen Influencern. Bei den 10- bis 13-Jährigen sind bereits über 60 Prozent mehrmals pro Woche auf Social-Media-Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat aktiv. Und es ist gerade der jüngere Jahrgang, der laut Arag Experten anfällig für vermeintlich coole Vorbilder aus der Online-Welt ist. Denn Kinder können weniger abstrahieren als Erwachsene und so betrachten sie ihre Internet-Lieblinge schnell als glaubwürdige gute Freunde, die ihre Meinung und ihr Denken, vor allem aber ihr Konsumverhalten beeinflussen. Hier haben dann „Junkfluencer“ leichtes Spiel. Diese Influencer, die vor allem ungesunde Lebensmittel bewerben, tragen erheblich dazu bei, dass Kinder und Jugendliche sich immer schlechter ernähren. Alarmierend vor allem deswegen, weil Übergewicht in dieser Altersklasse bereits seit Jahren dramatisch ansteigt: Waren im Jahr 2020 bereits 175 Millionen 5- bis 19-Jährige adipös, gehen Schätzungen für 2025 nun von 241 Millionen aus – Tendenz steigend.
Gleichzeitig ist der Hype um vermeintlich gesunde Nahrungsergänzungsmittel auch bei Influencern ungebrochen. Und da diese Zusatzpräparate nicht als Medizin gelten, sondern rezeptfrei zu kaufen sind, genügt ein Besuch im Drogeriemarkt, um an die vermeintlichen Wundermittel zu kommen. Doch die Arag Experten warnen, dass es sich dabei oft um Präparate handelt, die unter Umständen gar nicht benötigt werden oder qualitativ minderwertig sind. Dabei ist der Gedanke durchaus verlockend, durch das Einwerfen einiger Kapseln fit und energiegeladen zu sein. Fakt ist: Man sollte ohne eine vorherige Blutuntersuchung bei Fachleuten wie Ärzten oder Heilpraktikern gar keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Im Normalfall ist der Körper allein durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung gut versorgt. Zudem können die Mittel unerwünschte Wechsel- oder Nebenwirkungen.
Grundsätzlich gilt: Will man einem Influencer im Gesundheitsbereich vertrauen, sollte er zumindest eine fundierte Ausbildung haben, die ihn für dieses Fachgebiet qualifiziert. Ist er wirklich glaubwürdig, sollte er darauf hinweisen, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln absolut individuell ist. Unter anderem deswegen, weil Vorerkrankungen und die Einnahme anderer Medikamente zu Wechselwirkungen führen können. Die Alarmglocken sollten spätestens dann klingeln, wenn mit Heilungsversprechen geworben wird.