„Das Schiff muss vor allem erst mal aus dem Wasser raus“, sagt Holger Bull, Vorsitzender des Vereins „Rettet die ‚Passat‘“. Erst dann könne man sich einen tatsächlichen Überblick über mögliche Schäden machen. In den vergangenen Jahren habe der Verein bereits viel Geld gesammelt, um beispielsweise das Holz an Deck zu sanieren, berichtet Bull. Doch die jetzt anstehende Sanierung werde viel umfangreicher. „Es wird danach eine andere ‚Passat‘ sein – zumindest von innen.“
Es geht um mehr als um die bloße Sanierung der „Passat“. Denn das Schiff soll im Zuge der „anstehenden technischen und schiffbaulichen Arbeiten“ nach Wunsch der Stadtverwaltung auch modernisiert werden. Der Segler solle „an aktuelle Belange von Brandschutz, Klimaschutz und Barrierefreiheit“ angepasst werden, erklärt die Stadt.
„Die Hansestadt Lübeck kommt damit ihrer Verpflichtung nach, dieses Kulturdenkmal und Wahrzeichen nicht nur seiner historischen Bedeutung entsprechend zu erhalten, sondern auch zukunftsfähig zu gestalten“, erläutert Lübecks Kultursenatorin Monika Frank. „Nutzung und Erlebbarkeit sollen sowohl für die Bevölkerung, als auch für TouristInnen deutlich verbessert werden.“
Geplant ist auch, die „Passat“ künftig virtuell erlebbar zu machen. Um einen 360-Grad-Rundgang zu realisieren, konnte bereits ein Lübecker Unternehmen gewonnen werden. Der Großsegler wurde dafür in 850 Einzelaufnahmen erfasst.
Das alles kostet Geld. 25 Millionen Euro hat die Hansestadt Lübeck veranschlagt, um die Sanierung der „Passat“ sowie deren Modernisierung zu stemmen. „Die Summe der in der Machbarkeitsstudie vorgeschlagenen Maßnahmen soll die ‚Passat‘ in die Lage versetzten, langfristig wirtschaftlich von der Hansestadt Lübeck betrieben werden zu können“, erklärt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau.
Die Stadtverwaltung Lübeck hofft auf finanzielle Unterstützung des Bundesförderprogramms „KulturInvest“. Der Bund will über dieses Förderprogramm seine nationale Verantwortung für die Kulturentwicklung in Deutschland wahrnehmen.
Aber auch andere Fördertöpfe sollen nach Angaben der Hansestadt Lübeck angezapft werden. Geld könnte dann aus Töpfen der Bereiche Denkmalschutz, Kultur und Tourismus fließen. Auch regionale und überregionale Stiftungen sollen um Unterstützung gebeten werden, teilt die Stadt mit.
Bürger können sich an der Sanierung der „Passat“ ebenfalls beteiligen. Die Hansestadt Lübeck hat ein Spendenkonto eingerichtet, um Geld für die Arbeiten zu sammeln. Wer spenden möchte, kann dies tun auf das Konto IBAN: DE03 2305 0101 0160 8065 68, BIC: NOLADE21SPL.
Unter www.luebeck.de/passatspende gibt es weitere Informationen.„Die Finanzierung einer Maßnahme dieser Größenordnung kann nur durch Einwerbung von Drittmitteln gelingen“, sagt Bürgermeister Lindenau. „Natürlich werden wir uns um Fördermöglichkeiten bemühen, dennoch sind wir auf Ihre Unterstützung und Spenden angewiesen. Nur gemeinsam gelingt uns die Rettung der Passat.“
Die Sanierung der „Passat“ soll in den Jahren 2026 und 2027 erfolgen. Dafür werde auch ein Werftaufenthalt des Museumsschiffes nötig sein, sagt die Stadt. Die politischen Gremien der Hansestadt müssen die Pläne aber noch diskutieren.