Die Maßnahme sei damit Bestandteil der weiteren Entwicklung und Neuordnung der Lübecker Altstadt. „Mit dem Rückbau soll langfristig eine neue Entwicklung an diesem Standort ermöglicht werden. Unter anderem soll der Verwaltungsstandort erweitert und damit zentralisiert werden.“
Der Hochbunker wurde zwischen 1942 und 1944 errichtet. Heute steht das Gebäude leer und kann nicht mehr genutzt werden: Untersuchungen haben laut Hansestadt ergeben, dass der Bunker im Inneren vollständig schadstoffbelastet sei. Er sei kein Bestandteil von aktuellen Schutzraumkonzepten.
20 Hochbunker wurden bis 1945 in Lübeck gebaut – zum Teil während des Zweiten Weltkriegs, zum Teil aber auch schon davor. Lange Zeit wurden alte Bunker vom Zivil- und Katastrophenschutz genutzt. Noch vor rund 15 Jahren ist der Bunker in der Dr.-Julius-Leber-Straße mit Betten, Duschen, einer Küche und einer Krankenstation ausgestattet gewesen. Doch mit der Zeit sind die Schutzmaßnahmen eingestellt worden, der Verfall ist vorangeschritten und der Bunker konnte nur noch mit einer Schadstoffmaske betreten werden.
Der Rückbau ist nach Angaben der Hansestadt eine umfangreiche Baumaßnahme, die Auswirkungen auf das unmittelbare Umfeld haben werde. „Mögliche Auswirkungen auf Anwohnende, Verkehr, umliegende Gebäude und die vorhandene Infrastruktur werden deshalb bereits im Vorfeld untersucht und bei der Planung berücksichtigt“, heißt es von der Stadt. Ziel sei es, die Arbeiten sicher durchzuführen und die Belastungen für das Umfeld so gering wie möglich zu halten.
Der Baustellenverkehr werde über die Dr.-Julius-Leber-Straße verlaufen – und das bedeutet Einschränkungen für Anwohner. Betroffen sei insbesondere der Abschnitt zwischen dem Hochbunker und der Kreuzung Rosengarten. Nach der derzeitigen Planung solle die Durchfahrt für Anwohnende grundsätzlich weiterhin möglich bleiben. „Das Parken in der Straße wird voraussichtlich tagsüber an Werktagen eingeschränkt beziehungsweise teilweise nicht möglich sein“, heißt es von der Stadt.
Die Hauseingänge blieben über die Gehwege durchgehend erreichbar. Auch eine direkte Anfahrt für Anwohner, Anlieger und Lieferverkehr sowie die Müllabfuhr solle weiterhin ermöglicht werden. Feuerwehr und Rettungsdienste werden jederzeit Zugang haben.
Bis zum geplanten Beginn der Rückbauarbeiten im Jahr 2027 seien noch verschiedene Planungs- und Vorbereitungsschritte erforderlich. Als Vorbereitung für den Rückbau sollen zudem die Kanalisation und Leitungen in der Dr.-Julius-Leber-Straße saniert werden. Für die Arbeiten sollen überwiegend grabenlose Verfahren zum Einsatz kommen. Die Leitungen sollen so ertüchtigt werden, dass sie während der Rückbauarbeiten ausreichend geschützt und belastbar sind.
Über die konkrete Verkehrsführung sowie relevante Entwicklungen will die Hansestadt rechtzeitig vor Beginn der jeweiligen Bauphase informieren. Auf www.luebeck.de/bunkerinformiert die Hansestadt Lübeck regelmäßig über den aktuellen Stand der Vorbereitungen, die nächsten Schritte und die Auswirkungen der Maßnahme.