Jugenduntersuchungen im Norden zu wenig genutzt
Nur jeder achte Teenager in Schleswig-Holstein geht zum Gesundheits-Check für Jugendliche

Jugenduntersuchungen leisten einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit. Doch nur jeder achte Teenager in Schleswig-Holstein ging 2025 zum Gesundheits-Check.Foto: Colourbox/AOK/hfr.
In Schleswig-Holstein werden die Jugenduntersuchungen nach wie vor zu wenig genutzt: Nur etwa jeder achte Jugendliche im Norden nimmt die Gesundheits-Checks für Teenager wahr. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Danach war bei den Jugenduntersuchungen J1 und J2 im vergangenen Jahr zwar ein leichter Anstieg zu verzeichnen, insgesamt blieb die Teilnahmequote jedoch weiterhin niedrig.

Leichter Anstieg

Lediglich 13 Prozent der AOK-versicherten Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren nahmen im Jahr 2025 die medizinischen Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch, die von der AOK NordWest für ihre Versicherten kostenfrei angeboten werden. Im Vorjahr lag der Anteil bei 12,9 Prozent.

„Die leicht steigende Tendenz ist eine gute Nachricht. Dennoch ist das Niveau der Inanspruchnahme der Jugenduntersuchungen einfach zu gering und lässt im Laufe der Jahre immer weiter nach. Dabei leisten Jugenduntersuchungen einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit und sind genauso wichtig wie die Untersuchungen für Babys und Kleinkinder“, sagt Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest.

Veränderungen in
der Pubertät

„Neben den Veränderungen in der Pubertät geht es bei den Jugenduntersuchungen um die Früherkennung von Krankheiten“, so Ackermann. Im Rahmen der J1 werden Größe, Gewicht und der Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden.

Hautprobleme und
Essstörungen

Auch auf eventuelle Hautprobleme und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen. Außerdem wird auf Allergien geachtet, die für die spätere Berufswahl wichtig sein können. Die Jugenduntersuchung J2 zielt zusätzlich unter anderem auf das Erkennen von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen und Diabetes-Risiko ab.

Vertraulich: Ohne Eltern
zum ArztBeide Untersuchungen bieten neben einem Gesundheits-Check die Chance, ausführlich mit dem Arzt zu sprechen. Das persönliche Gespräch ist vertraulich und häufig eine Premiere, denn bis zu den Jugenduntersuchungen sind üblicherweise die Eltern beim Kinderarzt mit dabei. und AOK
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