Stadtpräsident verteidigtParkhaus Godewind
Bund der Steuerzahler kritisiert Neubau im Schwarzbuch als Verschwendung.

Von Anfang an wurde die Investition in das Parkhaus Godewind am Fahrenkrug in Travemünde heftig kritisiert, von Bürgern und Politikern.Foto: agentur 54°
Lübeck. Der Bund der Steuerzahler prangert das Parkhaus Godewind in Travemünde in seinem neuesten Schwarzbuch als Verschwendung von Steuergeldern an. Das 8,1 Millionen Euro teure Parkhaus sei trotz Bedenken aus Bevölkerung und Politik gebaut worden. Es sei ungenügend ausgelastet und produziere hohe Verluste, kritisieren die Steuerwächter. Demnach habe die Auslastung im ersten Betriebsjahr bei durchschnittlich zwölf Prozent gelegen. Es sei ein Verlust von 641.000 Euro entstanden.

Stadtpräsident Henning Schumann (CDU) hat das Parkhaus immer verteidigt und bleibt dabei: „Das Parkhaus ist richtig und notwendig.“ Godewind sei ein Baustein eines Parkraummanagements für Travemünde. Wenn die Stellplätze auf dem Leuchtenfeld reduziert würden und in den Nebenstraßen des Ostseebads das Anwohnerparken komme, dann werde das Parkhaus dringend benötigt, sagt Schumann.

Schumann kritisiert, dass an Tagen mit 20.000 bis 30.000 Tagesgästen im Ostseebad viel zu wenig kontrolliert und abgeschleppt werde. Außerdem müsse das Parkhaus Godewind noch besser vermarktet werden. Die vorhandenen Dauerstellplätze könnten an Betreiber von Pensionen und Ferienwohnungen vermietet werden, die diese Plätze dann für ihre Gäste zur Verfügung stellen. Dafür hätte allerdings auch eine Parkpalette für vier bis fünf Millionen Euro gereicht, sagt der Stadtpräsident.

Die Grünen fühlen sich in ihrer jahrelangen Kritik an dem Parkhaus bestätigt. „Die Aufnahme des Parkhauses Godewind ins Schwarzbuch ist eine bittere Bestätigung dessen, wovor wir bereits vor dreieinhalb Jahren eindringlich gewarnt haben“, erklärt Axel Flasbarth, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen.

„Wir haben 2023 mit einem Antrag in der Bürgerschaft versucht, dieses Projekt noch zu stoppen“, berichtet Arne-Matz Ramcke, Verkehrspolitiker der Grünen. „Unser Antrag sah vor, das Parkhaus nicht zu bauen, die Planungen zu stoppen und bereits geschlossene Verträge rückabzuwickeln. Wir haben damals auf die vorhandenen Parkkapazitäten, die zu erwartende geringe Nachfrage und die negativen Folgen für den städtischen Haushalt hingewiesen.“ Die Mehrheit aus CDU und SPD habe sich bewusst dagegen entschieden. Ramcke: „Jetzt bestätigt sich, dass das Parkhaus am tatsächlichen Bedarf vorbeigebaut wurde.“

Auch die FDP, die die Millionen-Investition immer unterstützt hat, fordert Maßnahmen zur besseren Auslastung der Garage. „Es schmerzt, dass das Parkhaus im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds auftaucht“, räumt Fraktionschef Thorsten Fürter ein. Durch Anwohnerparken und Dauervermietung von Stellplätzen müsse die Auslastung dringend verbessert werden.

Eine Stunde Parken im Parkhaus Godewind kostet zwei Euro, ein ganzer Tag acht Euro, und Dauermieter zahlen 79 Euro im Monat. und DOR

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