Nordische Filmtage:Hommage an die Filme der Sámi
Das Filmschaffen eines indigenen Volkes: Ehrenpreisträgerin Anne Lajla Utsi hat das Programm zusammengestellt.

Anne Lajla Utsi ist Ehrenpreisträgerin der Nordischen Filmtage Lübeck 2026.Foto: International Sámi Film Institute
Lübeck. Die Nordischen Filmtage Lübeck haben das Programm ihrer diesjährigen Hommage bekanntgegeben. Zusammengestellt hat es die Ehrenpreisträgerin des Festivals, die Leiterin des International Sámi Film Institute, Anne Lajla Utsi. Die Reihe umfasst fünf ausgewählte Filme. Sie bildet den Auftakt zum Festival-Schwerpunkt Sápmi – so bezeichnet das Volk der Sámi seinen Siedlungs- und Kulturraum, der von der russischen Kola-Halbinsel bis ins nördliche Norwegen reicht. Das Festival findet vom 4. bis 8. November statt.

Die Schau zeichnet fast vier Jahrzehnte Filmgeschichte der Sámi nach. Die Sámi sind das einzige völkerrechtlich anerkannte indigene Volk in der EU und Skandinavien. Die filmische Auswahl spannt einen Bogen vom internationalen Durchbruch bis zur Gegenwart. Den Anfang macht der oscarnominierte Spielfilm „Pathfinder“ von Nils Gaup aus dem Jahr 1987. Gaup hält in Lübeck auch die Laudatio auf Utsi. Danach steht er für ein Publikumsgespräch bereit.

Ebenfalls im Programm läuft „Das Mädchen aus dem Norden“ von Amanda Kernell. Das Werk aus dem Jahr 2016 thematisiert Anpassungsdruck und Herkunft. Katja Gauriloffs Spielfilm „Je’vida“ von 2023 entstand als erster Film in Skolt-Sámi. Diese Sprache stuft die Unesco als vom Aussterben bedroht ein.

Der Dokumentarfilm „Rádji“ von John Erling Utsi und Georg Götmark aus dem Jahr 2021 behandelt Landrechte und Selbstbestimmung. Einen Bezug zur Hansestadt Lübeck stellt der Film „Homecoming“ von Suvi West her. West sprach 2023 in Lübeck erstmals über Sámi-Kulturgüter in hiesigen Sammlungen. Am 5. November 2026 wird dieser Austausch im Museum für Natur und Umwelt fortgesetzt.

Anne Lajla Utsi erklärt zu ihrer Auswahl: „Diese fünf Filme zeigen die Geschichte eines Kinos, das über viele Jahre um Sichtbarkeit kämpfen musste und heute selbstbewusst seine eigenen Geschichten erzählt. Die Filme stehen für unterschiedliche Generationen, Perspektiven und Ausdrucksformen und zeigen zugleich, wie lebendig und vielfältig das Sámi-Kino heute ist.“

Ergänzt wird die Hommage durch ein Kurzfilmprogramm mit Arbeiten einer jungen Generation Filmschaffender, insbesondere Regisseurinnen, die mit unterschiedlichen filmischen Handschriften neue Perspektiven auf Identität, Gemeinschaft, Natur und Zukunft eröffnen. Weitere Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sowie Veranstaltungen werden mit der Veröffentlichung des Gesamtprogramms am 13. Oktober bekannt gegeben. hvs
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