Lübecks Schulen weiterauf Container angewiesen
Provisorien in Kücknitz und Buntekuh werden mindestens noch fünf bis sieben Jahre benötigt.

Im Sommer 2018 entstand die Containeranlage in der Brockesstraße, die aktuell von der Elisabeth-Haseloff-Schule genutzt wird.Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck. Unterricht im Container: Aus Lübecks Schullandschaft sind die Blechkisten längst nicht mehr wegzudenken. Aktuell plant die Stadt den Kauf von zwei Anlagen, die bereits an Schulstandorten stehen.

An der Grundschule Utkiek in Kücknitz wurde im Sommer 2023 eine zweigeschossige Containeranlage für die Ganztagsbetreuung errichtet. Weil die Anlage mindestens noch weitere sieben Jahre benötigt werde und es auf dem Schulgelände ausreichend Platz gebe, will die Stadt die Container jetzt kaufen, statt sie weiterhin nur zu mieten.

Das sei wirtschaftlicher, argumentiert die Verwaltung in einer Vorlage für die Politik. Der Kauf kostet 224.910 Euro. Gegenüber der Miete in den kommenden Jahren könnten 794.682 Euro eingespart werden. Die Anlage soll im November gekauft werden, der Bauausschuss der Bürgerschaft hat das einstimmig empfohlen.

Die Grundschule Koggenweg in Buntekuh erhielt im Sommer 2021 eine Containeranlage. 2024 wurde die Anlage, die auf dem Parkplatz für Schule und Sportverein steht, um einen weiteren Unterrichtsraum erweitert. Die Grundschule wächst wegen der umliegenden Neubaugebiete stark und sollte eigentlich einen Neubau erhalten. Der aber liegt auf Eis, weil die Stadt ihre begrenzten Finanzmittel an anderen Schulstandorten einsetzt. Das bestätigte Dennis Bunk, Chef des städtischen Gebäudemanagements (GMHL), den Baupolitikern: „Wann der Neubau umgesetzt wird, kann ich nicht sagen.“

Die Mietzeit der Anlage auf dem Parkplatz endet laut Verwaltung in diesem Monat. Für weitere fünf Jahre Standzeit müsste die Stadt 712.367 Euro aufwenden. Sollte die Containeranlage noch länger benötigt werden, würden pro Jahr rund 142.000 Euro Miete anfallen. Der Kauf der Anlage hingegen kostet rund 565.000 Euro.

„Durch den Kauf der Anlage statt einer Weiterführung der Anmietung können bei einer fünfjährigen Standzeit bereits 147.450 Euro gespart werden“, erklärte die Verwaltung. „Wir werden jetzt nicht jede Containeranlage kaufen, so groß ist der Bedarf nicht“, versicherte der Chef des Gebäudemanagements. Der Bauausschuss stimmte dem Kauf zu.

Die Hansestadt sammelt seit einigen Jahren Erfahrungen mit Containeranlagen an Schulen. 2018 wurde in der Brockesstraße eine große Anlage mit Containern errichtet, die zuvor für ein Flüchtlingsheim in Hamburg verwendet worden war. Die Anlage wird derzeit von der Elisabeth-Haseloff-Grundschule genutzt, deren Hauptgebäude saniert wird.

Am Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium wird nach Angaben der Verwaltung genauso in Containern gelernt wie an der Ahorn-Schule, der früheren Maria-Montessori-Schule in der Stellbrinkstraße. Für die Schule Wilhelmshöhe in der Schwartauer Allee sei ebenfalls eine Containeranlage geplant.

Für die Sanierung und Modernisierung der Schule Grönauer Baum hat die Bürgerschaft den Kauf einer Containeranlage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) beschlossen. Die Schule am Stadtpark soll eine Anlage auf dem gegenüberliegenden Bolzplatz erhalten und die Bugenhagen-Schule eine Containeranlage im Stadtteil.

Gerade erst hat die Hansestadt die neue Schule an der Kanalstraße eingeweiht, die von der Ernestinenschule und dem Katharineum genutzt wird. Dieses optisch ansprechende, zweigeschossige Gebäude besteht aus 36 Containern.

Im Sommer 2021 ging die Modulschule auf der Hüxwiese an den Start. Im Gegensatz zu herkömmlichen Containeranlagen besteht das Gebäude aus Holzmodulen. Die Modulschule wurde zunächst von den Kaland-Grundschülern genutzt, während deren Altbau saniert wurde. Mittlerweile sind ältere Schüler vom Johanneum und der Oberschule zum Dom dort eingezogen. dor





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