Zum ersten Mal Strandwache der DLRG auf dem Priwall
Viel Arbeit für die Lübecker Rettungsschwimmer – Vorsitzender zieht Bilanz.

Ein siebenköpfiges Team gehörte zu den Rettungsschwimmern, die auf dem Priwall die letzten Strandwachen zum Saisonende 2026 übernahmen.Fotos: Thomas Krohn
Travemünde. Die Sommersaison ist offiziell beendet. Nur noch vereinzelt genießen Einheimische und Urlauber die letzten Sonnenstrahlen am Priwallstrand und nehmen ein Bad in der Ostsee. Die Rettungsschwimmer der DLRG Lübeck haben ihren Dienst eingestellt, die Wachtürme und Container sind geräumt. Zum ersten Mal war die Organisation für die Strandwache auf der Halbinsel verantwortlich.

DLRG-Vorsitzender Thomas Becker zieht Bilanz und nennt Zahlen: In der Saison seien etwa 90 Ehrenamtliche im Einsatz gewesen, die aus Ortsgruppen aus der gesamten Bundesrepublik stammten. 40 Prozent kamen aus dem Großraum Lübeck. Täglich seien bis zu zwölf Helferinnen und Helfer vor Ort gewesen. Becker: „Insgesamt haben wir etwa 100 Erste-Hilfe-Einsätze verbucht, wobei davon fünf größere Einsätze, unter anderem mit Rettungstransportwagen, stattfanden.“ Die schweren Einsätze lägen jedoch deutlich unter den Zahlen von Travemünde.

Immer wieder mussten die Rettungsschwimmer laut Thomas Becker Badende aus der Verbotszone gegenüber der Nordermole holen. Die kleine Bucht am Anleger der Personenfähre ist vor allem bei Familien beliebt, weil es dort sehr flach in die Ostsee geht und Kinder im seichten Wasser planschen können. Doch die Gefahr wird unterschätzt: Schilder am Strand warnen vor dem Baden, denn vor allem größere Schiffe verursachen bei ihrer Einfahrt in die Trave einen Sog, der Badende in Ufernähe ins Wasser ziehen kann. Becker: „Trotz der Warnhinweise wurde das Badeverbot immer wieder missachtet.“ Zu Unfällen sei es glücklicherweise nicht gekommen.

Für ihre neue Aufgabe nutzte die DLRG das Erdgeschoss des alten Holzwachturms am Dünenweg als Hauptwache. Das war der Anlaufpunkt für Erste-Hilfe-Notfälle. Das Obergeschoss durfte aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden. Am Strand standen der bekannte Alu-Wachturm und ein Container. Zudem wurde ein zweiter Container in Richtung Landesgrenze postiert. Becker: „Mit den dann insgesamt drei Türmen konnten wir den Priwallstrand an heißen Tagen mit hoher Besucherzahl gut abdecken.“

Andreas Kretschmer aus Hannover gehörte zu den Rettungsschwimmern, die in der letzten Woche vor dem Saisonende ihren Dienst auf dem Priwall verrichteten. Der 57-Jährige ist seit 1983 Mitglied der Organisation und war zum ersten Mal für die DLRG Lübeck im Einsatz. „Ich kannte den Priwall vorher nur dem Namen nach. Es hat mir viel Spaß gemacht, ich komme gerne wieder“, sagte er.

Für die Strandwache auf dem Priwall war seit 1950 die DRK-Wasserwacht Lübeck verantwortlich. 2024 hatte die Stadt Lübeck die Aufgabe öffentlich ausgeschrieben und der DLRG den Zuschlag erteilt. Kriterien für die Entscheidung waren laut Stadt der Preis und ein vorgegebenes Leistungsverzeichnis. Die Enttäuschung bei der DRK-Wasserwacht war groß. Leiterin Marie-Sophie Schütt sagte: „Wir werden aber weiterhin bei der Travemünder Woche und der Wakenitz-Regatta im Einsatz sein.“

Das Haus des Retters, eine Immobilie am Dünenweg, die sich nach der Übertragung des verstorbenen Eigentümers seit 2017 im Eigentum der Stadt befindet und für 150.000 Euro renoviert wurde, war später von der Wasserwacht übernommen worden. Jetzt hat sich dort die DLRG eingerichtet. Das Haus dient ihr ausschließlich als Unterkunft und Arbeitsplatz. Die dort bestehenden kleinen Apartments werden in der Saison von Familien genutzt. Während einer der Elternteile Wachdienst leistet, kann sich der andere um den Nachwuchs kümmern. und TKR

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