Stellen Sie es sich wie ein Sparbuch vor, in das Sie jeden Monat einzahlen. Der Unterschied liegt darin, was Ihr Geld dort tut. Auf dem Sparbuch leihen Sie es der Bank und erhalten dafür Zinsen. Im Depot kaufen Sie davon kleine Anteile an Unternehmen und sind an deren Gewinnen beteiligt. Damit nicht alles an einer einzigen Firma hängt, kauft die Bank Anteile an mehreren hundert Unternehmen gleichzeitig. Solche Sammelpakete heißen ETF. Läuft es bei einer Firma schlecht, fangen die anderen das auf.
Ganz ohne Risiko ist das nicht. In schlechten Börsenjahren steht auf Ihrem Auszug weniger, als Sie eingezahlt haben. Über zwanzig oder dreißig Jahre hat sich das bisher immer wieder ausgeglichen, und am Ende blieb deutlich mehr übrig als mit Zinsen. Bei Riester war diese Anlage verboten, weil dort am Ende jeder eingezahlte Euro noch da sein musste. Deshalb steckt Ihr Geld bis heute zwar in sicheren, aber zinsarmen Papieren.
Vier Wege für IhrenIhr Riester-Vertrag hat Bestandsschutz und läuft mit allen alten Regeln weiter. Ab 2027 haben Sie vier Möglichkeiten. Erstens: Sie lassen alles, wie es ist. Zweitens: Sie behalten den Vertrag und melden Ihrem Anbieter, dass künftig die neue, höhere Förderung gelten soll. Drittens: Sie übertragen Ihr Guthaben in das neue Altersvorsorgedepot, der alte Vertrag endet dann. Viertens: Sie zahlen in den alten Vertrag nichts mehr ein und sparen ab 2027 im neuen Depot weiter. Die Förderung aus all den Jahren müssen Sie nicht zurückzahlen.
540 Euro vom Staat
Wer 150 Euro im Monat in das neue Depot einzahlt, erhält vom Staat 540 Euro pro Jahr. Auch kleinere Beträge lohnen sich, ab 120 Euro im Jahr gibt es Zulagen. Für jedes Kind kommt nochmal bis zu 300 Euro dazu. Wer jünger als 25 ist, bekommt einmalig 200 Euro obendrauf. Die Gewinne im Depot sind steuerfrei, solange das Geld dort liegt. Wer sich nicht selbst um die Auswahl kümmern möchte, nimmt das Standarddepot. Da entscheidet die Bank nach festen Regeln. Mehr als ein Prozent Kosten im Jahr darf sie nicht nehmen.
Zehn Euro im Monat pro Kind
Für Kinder plant die Bundesregierung die sogenannte Frühstartrente. Vom sechsten bis zum 18. Geburtstag zahlt der Staat zehn Euro pro Monat in ein Depot auf den Namen des Kindes, ohne dass die Eltern einen Cent dazugeben müssen. Das sind 1.440 Euro, die dann jahrzehntelang weiterarbeiten. Los geht es ab 1. Januar 2027 mit Kindern der Jahrgänge 2020 und 2021, danach kommt jedes Jahr ein weiterer Jahrgang dazu. Für ältere Kinder können Eltern nach jetzigem Stand selbst ein solches Depot eröffnen. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht, Bundestag und Bundesrat entscheiden bis Jahresende.
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