Kein Umzug: Die Dom-Schule bleibt da, wo sie ist
Die Grundschule am Domkirchhof sollte eine neue Heimat bekommen – Suche nach Standort erfolglos.

Nathalie Klüver (li., 46) und Stephanie Arden (60) sind froh, dass die Debatte über einen neuen Standort beendet wurde.Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck. Wohin mit der Dom-Schule? Sage und schreibe elf alternative Standorte zum Domkirchhof hat eine hochrangig besetzte Arbeitsgruppe geprüft. Ergebnis: Keiner taugt etwas. Die Grundschule mit 191 Schülerinnen und Schülern sowie 17 Lehrkräften bleibt da, wo sie ist. Und zwar für die nächsten zehn Jahre.

Große Erleichterung herrscht bei der Schulleiterin Stephanie Arden und der Elternbeiratsvorsitzenden Nathalie Klüver. „Ich bin dankbar, dass es so gekommen ist“, erklärt die Schulleiterin, „denn Eltern von Grundschülern brauchen Sicherheit, wo ihr Kind in den nächsten vier Jahren zur Schule geht.“

Der kleinen Schule hätte viel Ärger und Verunsicherung erspart werden können, wenn es diese ganze Debatte nicht gegeben hätte, meint die Elternbeiratsvorsitzende, „aber jetzt kommt Ruhe rein“.

Ausgelöst wurde die Debatte über die Zukunft der Dom-Schule durch die Rathausmehrheit aus CDU, Grünen und FDP, die Anfang November 2025 folgenden Beschluss fasste: „Das Gebäude der Domschule wird 2028 ohne zusätzliche Klassenräume im Dachgeschoss saniert und anschließend der OzD als Erweiterung zur Verfügung gestellt. Sobald eine Prüfung über den zukünftigen Ort der Dom-Schule positiv entschieden wird, ist mit der Planung zu beginnen.“

Eine Arbeitsgruppe, in der die Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos), die Bildungssenatorin Monika Frank (SPD), der Chef des städtischen Gebäudemanagements, Dennis Bunk, der Bereichsleiter Schule und Sport, Dr. Hans-Joachim Friedemann, deren Fachleute, Schulleiterin Stephanie Arden sowie mehrere Politiker saßen, sollte alternative Standorte finden.

„Hierbei ist insbesondere die Modulschule auf der Hüxwiese zu betrachten“, lautete der Bürgerschaftsbeschluss. „Weiterhin sind der Buniamshof und die Fläche Antonistraße, Ecke Ratzeburger Allee auf ihre Eignung als Standorte für eine Modulschule zu prüfen.“

Bei vielen Eltern sei die Botschaft angekommen, dass die Dom-Schule in die Modulschule auf der Hüxwiese umziehe, sagt die Schulleiterin. Die Debatte habe Konsequenzen für die Anmeldungen der neuen Erstklässler gehabt. „Es wurden 15 Schüler weniger als üblich eingeschult“, sagt Stephanie Arden. Eine Kollegin habe deshalb nicht weiterbeschäftigt werden können.

Die Arbeitsgruppe hat nach drei Sitzungen ihre Arbeit eingestellt. „In den nächsten zehn Jahren bleibt die Dom-Schule, wo sie ist“, heißt es in einem aktuellen Beitrag der Verwaltung auf der Internetseite der Grundschule. „Alle Kinder, die in den kommenden Jahren an der Dom-Schule eingeschult werden, verbringen dort ihre Grundschulzeit.“

Das Ergebnis der Arbeitsgruppe werde in den politischen Gremien der Bürgerschaft diskutiert, sagt die Verwaltung: „Zu welchem Zeitpunkt das geschieht, kann jetzt noch nicht gesagt werden.“

Eine Grundsanierung, die jahrelang Thema war, werde nicht stattfinden, erklärt die Verwaltung. Aber es seien Verkehrssicherheitsmaßnahmen in Planung. Stephanie Arden geht davon aus, dass ab 2027 das Dach, die Elektrik, der Brandschutz und eventuell die Turnhalle saniert werden. Wichtig wäre auch die Sanierung der Toiletten.

„Weil wir in den nächsten Jahren nicht mit einem attraktiven Gebäude punkten können, haben wir ein neues Unterrichtskonzept gestartet“, berichtet die Schulleiterin. Zu den wesentlichen Neuerungen zählen 60 Minuten Unterricht statt 45 Minuten und die Einführung von 30 Minuten Trainingszeit am Tag.

In diesen 30 Minuten erledigen die Grundschüler unter Anleitung ihre Hausaufgaben. „Manche Kinder gehen bis 16 Uhr in die Betreuung“, erzählt die Elternbeiratsvorsitzende Nathalie Klüver. Wenn danach noch Hausaufgaben anfielen, führe das nicht selten zu Konflikten zu Hause. Die 46-jährige Vorsitzende: „Die Trainingszeiten sind eine echte Entlastung für Familien.“ und DOR

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