Die 41-Jährige ist selbst seit ihrem sechsten Lebensjahr Pfadfinderin. Nun möchte sie ihre Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben. Auf dem Programm stehen handwerkliche Aufgaben, das Übernachten in schwarzen Baumwollzelten (Jurten) sowie der Umgang mit Werkzeug und Kompass. Dabei sollen die Kinder Selbstständigkeit erlernen. „Es geht darum, Dinge selbst auszuprobieren. Eltern sind hier nur Deko“, sagt Langbehn.
Der Name „Hanse-Lüüd“ soll auf die Lübecker Geschichte verweisen. Im Logo des Stammes segelt eine Hansekogge und auf dem Segel prangt eine Lutherrose, die die Zugehörigkeit zum Ring Evangelischer Gemeindepfadfinder (REGP) symbolisiert.
Ein zentraler Aspekt der Pfadfinderarbeit ist die Gemeinschaft. Sichtbar soll dies durch die sogenannte Kluft werden, ein robustes grünes Baumwollhemd mit Abzeichen. Die Farbe des Halstuches signalisiert den Erfahrungsstand, beginnend mit einem grünen Tuch für die Jüngsten. Später kommt ein brauner Streifen für die Übernahme erster Aufgaben nach einer Prüfung hinzu.
Für Langbehn bedeutet die Kluft auch Gleichheit: Herkunft oder Bildungsstand spielen in der Gruppe keine Rolle. Jeder sei willkommen. Sollten die 40 Euro für das Hemd ein Hindernis sein, helfen Leihgaben oder Spenden. Für den Aufbau der allgemeinen Ausrüstung nimmt der Stamm zudem finanzielle Unterstützung und Sachspenden entgegen.
Der Pfadfindergruß, bei dem der Daumen über dem abgeknickten kleinen Finger liegt, soll die Grundhaltung der Gruppe zusammenfassen: „Der Große beschützt den Kleinen, und die Gruppe steht dahinter“, erklärt Langbehn.
Nach einem Schnuppertag können Kinder ab neun Jahren an regelmäßigen Treffen teilnehmen. Sie finden während der Schulzeit jeden Freitag von 16 bis 18 Uhr im Rundbau in der Arnimstraße 56 statt. Im kommenden Jahr soll das Angebot auf Kinder ab der ersten Klasse ausgeweitet werden. Kontakt zu Antje Langbehn gibt es unter Telefon 0155/66721123 oder per E-Mail an alangbehn@kirche-LL.de