Lübeck.
Seit Juli dieses Jahres steht im Spielhof des Europäischen Hansemuseums eine orangefarbene Bank, die die Inschrift „Hier ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Kinder“ trägt. Mit ihr setzt das Europäische Hansemuseum gemeinsam mit dem Verein „Frauen helfen Frauen e. V. Lübeck“ ein unmissverständliches Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern und erinnert damit an ein Thema, das häufig im Verborgenen bleibt. Gewalt gegen Frauen und Kinder ist kein individuelles Schicksal, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung. Die tatsächliche Zahl der Fälle liegt weit über den erfassten. Viele Betroffene suchen aus Angst, Scham oder aufgrund persönlicher Abhängigkeiten keine Hilfe bei Polizei oder Beratungsstellen. Umso wichtiger ist es, das Schweigen zu durchbrechen, auf bestehende Hilfsangebote aufmerksam zu machen und als Gesellschaft Haltung zu zeigen. Am 1. Juli wurde die orangefarbene Bank gemeinsam eingeweiht. Sie soll für das Thema sensibilisieren und Betroffenen vermitteln, dass sie mit ihrer Erfahrung nicht allein sind. Alicja Kwietniewski vom Verein „Frauen helfen Frauen“ betont die Bedeutung der Aktion: „Die orangefarbene Bank ist ein Symbol für Gewaltfreiheit. Sie erinnert uns daran, dass jeder Mensch das Recht hat, frei von Gewalt zu leben. Gewaltfreiheit sollte nicht nur mit dieser Bank verbunden werden, sondern in unseren Herzen verankert sein und von uns allen weitergetragen werden.“ Auch Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld unterstreicht die Botschaft der Bank: „Museen sind Orte des Austausches und der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Mit der orangen Bank schaffen wir eine Stätte der Begegnung, die zugleich eine klare Haltung gegen Gewalt an Frauen und Kindern sichtbar macht.“ So ist im Europäischen Hansemuseum ein Platz entstanden, der alltägliche Nutzung mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet. Betroffene von Gewalt sowie ihnen nahestehende Personen finden anonym und kostenfrei Unterstützung. Der Verein „Frauen helfen Frauen e. V.“ informiert über regionale und überregionale Anlaufstellen sowie weitere Unterstützungsmöglichkeiten. Beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter der Rufnummer 116 016 gibt es Informationen und Hilfe. Das Hilfetelefon ist rund um die Uhr erreichbar. Auch für Kinder und Jugendliche stehen Beratungs- und Hilfsangebote zur Verfügung.