Ein neunköpfiges Team reiste nach Kibuye, Ruanda, um dort zu operieren. Mit fast 400 Kilogramm medizinischer Ausrüstung machte sich das Team auf den Weg – mit dabei: zwei vollständige OP-Teams. „Wir sind mit dem Ziel nach Ruanda gereist, um die Kolleginnen und Kollegen vor Ort kennenzulernen, gegenseitig voneinander zu lernen, gemeinsam zu operieren und unser Wissen weiterzugeben“, so der Chirurg Mathias Tomala. Operiert wurde nach intensiven Sprechstunden gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort. Dabei zeigten sich Erkrankungen, die in Deutschland selten sind, wie tiefe Schnitt- und Amputationsverletzungen durch Macheten, alte unversorgte Handverletzungen und große Verbrennungsnarben, da viele Menschen am offenen Feuer kochen. Erst vor wenigen Wochen kam das fünfköpfige Team aus dem abgelegenen Ort Kibaya, Tansania, zurück, wo ein soziales wie auch medizinisches Projekt durchgeführt wurde. Dort besuchen 1600 Kinder die lokale Grundschule. Zusammen mit den Lehrern wurde hier bereits vor zwei Jahren ein Projekt zur Unterstützung der Schule begonnen: mit didaktischem Austausch, Verbesserung der Ausstattung mit Schulbänken, Computern, Laptops und Druckern. Für eine Vorschule der lokalen Kirche mit rund 80 Kindern konnten durch Spenden Schulmaterialien für das ganze Jahr und Unterrichtsmaterial für die Lehrer vor Ort besorgt werden. Zudem wurde die Schule grundlegend renoviert. Nach Abschluss des sozialen Projektes erfolgte der medizinische Teil in der Krankenstation, der „Pillar Dispensary“. Hier wurde ein gemeinsames Fortbildungsseminar abgehalten – sowohl für die Pflege als auch für die Ärzte.„Besonders bewegt haben mich die Begegnungen mit den Menschen“ berichtet die Ärztin Sophia Stegemann, „trotz Sprachbarriere und einem unterschiedlichen kulturellen Hintergrund kommt es durch das gemeinsame Projekt zu einer Verbundenheit mit den Menschen, wie ich es zuvor nicht für möglich gehalten habe.“ Intensiv-Krankenschwester Petra Hömberg ergänzt: „Wir wachsen aneinander, und aus einem sachlichen Austausch wird immer mehr Freundschaft!“
Die Lübecker Hilfsorganisation hat gerade ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. 2015 wurde der Verein durch eine Gruppe von Ärzten und Ärztinnen sowie Lehrerinnen und Lehrern in Lübeck anlässlich der Erdbeben in Nepal gegründet. Die überschaubaren Hilfsprojekte in aller Welt werden immer mit lokalen Hilfsorganisationen zusammen umgesetzt. Die medizinischen und sozialen Einsätze finden auf Augenhöhe mit den Betroffenen statt. Der unabhängige Verein wird ausschließlich durch Spenden finanziert und legt Wert auf sehr geringe administrative Kosten, damit die Spenden 1:1 in die Projekte fließen. Aktuelle Projekte finden in Deutschland, Ukraine, Nepal, Mustang, Tansania und Ruanda statt. Weitere Informationen auf www.via-cordium.com