„Mayo“ verlässt Lübeck
Feinkostfirma zieht nach Reinbek um – Standort Siems wird aufgegeben – 65 Mitarbeitende betroffen.

Die Firma „Neue Mayo Feinkost GmbH“ hat ihren Produktionsstandort in Lübeck-Siems. Zumindest noch bis September. Dann will das Unternehmen nach Reinbek umziehen.Foto: Lutz Roessler
Lübeck. Fruchtiger Geflügelsalat in der Plastikschale, Fischsalate im Becherchen, auch nach Sylter Art, und das alles aus Lübeck frisch auf den Tisch? Das ist bald vorbei. Die Firma „Neue Mayo Feinkost GmbH“ kehrt der Hansestadt den Rücken. Schon in diesem September wird die Produktion verlagert.

Immerhin bleibt sie in Schleswig-Holstein: Die Stadt Reinbek (Kreis Stormarn) bei Hamburg profitiert davon. Dort werden die Produkte auch künftig in der Niederlassung von „Popp Feinkost“ hergestellt. Es handelt sich um die frühere Firma „Grossmann Feinkost“, die 2001 übernommen wurde. Das bestätigt das Unternehmen auf LN-Anfrage.

Die Wurzeln von „Mayo“ reichen bis ins Jahr 1976 zurück. Damals wurde das Unternehmen in Lübeck gegründet und entwickelte sich mit Feinkostsalaten und Fischspezialitäten zu einem festen Namen im norddeutschen Lebensmittelhandel. Seit 2012 gehört die Firma zur Popp Food Group mit Sitz in Kaltenkirchen (Kreis Segeberg). Diese ist wiederum seit 2013 Teil der übergeordneten „Wernsing Food Family“.

Hoher Sanierungsbedarf
in Lübeck

Doch warum zieht sich „Mayo” mit Firmensitz in der Seelandstraße aus Lübeck zurück? Die Antwort ist laut Popp-Marketingleiter und Sprecher Alexander Schmolling simpel: Die Lübecker Produktionsstätten seien in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig, der Investitionsbedarf dabei so hoch, dass die Verlagerung der Produktion nach Reinbek die bessere Wahl sei. Zumal dort freie Produktionskapazitäten bestünden.

In einer Pressemitteilung heißt es dazu, in dem Schwesterunternehmen könnten dann „Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe entstehen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig gestärkt werden“. Die bestehenden Marken der „Neuen Mayo Feinkost GmbH“ sollen dabei unverändert bleiben.

Und das bedeutet, dass die Salate mit dem Logo „Neue Mayo Feinkost GmbH” künftig ganz aus dem Süden Schleswig-Holsteins und nicht mehr aus Lübeck Siems kommen. Dasselbe gilt auch für die Gosch-Sylt-Produktlinie sowie die Großpackungen der Produkte von „Peter Witt Delikatessen“, die bislang ebenfalls bei „Mayo“ in Lübeck hergestellt werden. Die Produkte werden also weiterhin in den Supermarktregalen von Citti, Edeka, familia, Kaufland und Rewe oder bei Gastronomen erhältlich sein. Insgesamt umfasst das Sortiment knapp 150 Produkte, die mit 16 unterschiedlichen Mayonnaisen verfeinert werden.

Standort
wird aufgegeben

Der Standort in Siems werde ganz aufgegeben, sagt Alexander Schmolling. Alle Mitarbeitenden hätten das Angebot bekommen, künftig in Reinbek weiterzuarbeiten. Am Standort Lübeck betrifft das 65 Arbeitnehmer. Auf die möchte das Feinkost-Unternehmen allerdings nicht verzichten. Denn der Betrieb sei auf das „Know-how und die Erfahrung der Mitarbeitenden“ angewiesen, um künftig erfolgreich im Feinkostmarkt wirtschaften zu können. Deshalb erhalte jeder betroffene Arbeitnehmer im Zuge des Standortwechsels ein Angebot zur Weiterbeschäftigung am neuen Standort in Reinbek.

Wann genau „Mayo” aus Lübeck wegziehen wird, steht bislang nicht fest. Auch weitere organisatorische Details seien noch nicht in Gänze festgelegt und würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Überhaupt stehen noch weitere Fragezeichen im Raum. Zum Beispiel, was mit dem Firmengelände in der Hansestadt passieren soll.

Der Werksverkauf am Standort Lübeck wurde bereits zum 10. Juli eingestellt. und KST/WHA
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