Eine Hommage andie Hansestadt
In dem Buch „Lübeck – Ganz persönlich“ erzählen Persönlichkeiten undGesichter der Stadt von ihrer Verbundenheit.

Amelie Schwanitz zeigt das Buch „Lübeck – ganz persönlich“.Foto: Lutz Roeßler
Lübeck. Der Comiczeichner Rötger Feldmann, heute besser bekannt unter dem Namen Brösel, wuchs in Travemünde auf. Sein Vater arbeitete bei der Wasserschutzpolizei. Seine Frau besuchte ihn bei der Arbeit, und dort, vermutet Brösel, wurde er gezeugt: „Meine Kiellegung fand unter Beobachtung der DDR-Grenzposten auf dem Maschinenluk des Wasserschutzpolizeibootes ‚Falke‘ statt.“

Diese Geschichte, sie mag stimmen oder nicht, hat Rötger Feldmann zu einem Cartoon verarbeitet. Zu finden ist beides in dem Buch „Lübeck – ganz persönlich“. Das Buch ist eine Art Hommage an die Hansestadt in Selbstzeugnissen von Menschen, die mit ihr verbunden sind, und Selbstdarstellungen von Unternehmen und Institutionen – von Dräger bis LN, von UKSH bis Possehl.

Ein dicker, schwerer, aufwendig gestalteter Band ist das mit Fotos, die die Stadt und ihre Protagonisten professionell in Szene setzen. In den Selbstzeugnissen der Lübeckerinnen und Lübecker stecken viele Geschichten.

Von dem Mediziner und Wissenschaftsjournalisten Christian Floto erfahren wir, dass es in Lübeck eine der letzten Kautabak-Fabriken Deutschlands gab – die betrieb sein Vater in der Innenstadt.

Beiträge von Petri-Pastor,

Musiker und Model

Friederike Garbe, bekannt geworden für das Haus Agape mit der Babyklappe in der Mengstraße, erzählt, dass sie als Flüchtlingsbaby nach Lübeck kam. Ein Flüchtlingskind war auch Petri-Pastor Bernd Schwarze, der schreibt: „Ist also Lübeck meine Heimat? Nun, mit diesem Wort fremdele ich nach wie vor ein bisschen. Aber es ist die Stadt, die mich nicht loslässt.“

Der Musiker Alex Seeger leistet Abbitte dafür, dass er bei „The Voice“ sagte, er sei aus Hamburg – wo er damals lebte. Der Autor und Sprachkritiker Bastian Sick erinnert daran, dass das Wort „verballhornen“ auf den Lübecker Drucker Johann Balhorn zurückgeht. Weitere Beiträge kommen zum Beispiel von dem Sicherheitsunternehmer und legendären Nautic-Türsteher Christian Honhold. Von dem Model Esther Heesch. Von Kai-Uwe Meyer, dem Gründer, Inhaber und Betreiber von Rider’s Café. Von dem Abenteurer Burghard Pieske. Von dem Schachgroßmeister Rasmus Svane. Von dem Sportjournalisten Jörg Wontorra.

Der Filmregisseur Torsten Rüther erzählt, wie er eine ganze Nacht lang mit Tony Buddenbrook über Lübeck redete und zum Schluss mit ihr ins Hüx ging. Lübeck sei eine Kulisse, die man nicht bauen könne, schreibt er: „Für uns Filmemacher wäre das unbezahlbar. Und widerspenstig.“

„Hansestadt Lübeck – ganz persönlich“, neomedia, 228 Seiten, 32,90 Euro, erhältlich bei den Buchhandlungen Hugendubel (Lübeck und Bad Schwartau), Thalia (Breite Straße) und Langen-kamp. und KAB
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