Erst Papierschnipsel,jetzt Papprollen
Wer hinter den fragwürdigen Aktionen steckt, ist unklar – Fest steht: Sieerschweren die Säuberung des Parks zusätzlich.

Unbekannte haben im Drägerpark insgesamt rund 30 Papprollen verstreut.Foto: Grit Petersen
Lübeck. Bereits im Mai wurden im Drägerpark regelmäßig große Mengen an Papierschnipseln verstreut. Nun gibt es ein neues Phänomen in Lübecks beliebter Grünanlage: Am Montag vergangener Woche lagen morgens am Anfang des Parks am Ende der Wullenwever-Straße rund 30 Papphülsen von Klopapierrollen.

Spaziergänger, Hundebesitzer, Jogger und Sonnenanbeter fragen sich nun, ob der Papierschnipsel-Verteiler umgesattelt hat. „Vielleicht sind ihm die Werbeprospekte ausgegangen oder sein Schredder ist kaputt“, vermutet ein Lübecker, der jeden Morgen im Drägerpark spazieren geht. Klar ist: Der Verursacher der unerlaubten Müllentsorgung muss eine Weile gesammelt haben, um 30 Papprollen zusammenzubekommen.

Die Papprollen haben im Vergleich mit Papierschnipseln einen entscheidenden Vorteil: Sie lassen sich leicht aufsammeln. Die Entfernung der Schnipsel, die seit einem Jahr immer wieder im Drägerpark lagen, gestaltete sich dagegen mühsam.

Müll ist Dauebrenner

„Das Grünrevier versuchte, so gut es ging, die Schnipsel mit einem Laubbesen aufzunehmen. Leider war dies nicht gänzlich möglich, sodass einige Papierschnipsel auf der Fläche verblieben“, teilte Stadtsprecherin Nicole Dorel mit. Teilweise waren die Wegesränder voller bunter Schnipsel.

Müll ist generell ein Dauerthema im Drägerpark. An schönen Tagen ist die Grünanlage ein beliebter Treffpunkt zum Chillen, Feiern, Spielen und Grillen. Obwohl es viele und große Müllbehälter gibt, landet sehr viel Abfall im Park. Der Bereich Stadtgrün fährt deshalb Sonderschichten.

Bei gutem Wetter seien die Mitarbeitenden nach Angaben der Stadt bereits frühmorgens im Park unterwegs, um die Überreste des Vortages zu beseitigen. Sie sollen dafür sorgen, dass sich niemand die Liegewiesen mit dreckigen Papptellern, leeren Weinflaschen und Chipstüten teilen muss.

„Nehmen Sie bitte
ihren Müll wieder mit“„Es gibt damit in der Hansestadt nicht nur einen Winterdienst, sondern auch eine Art Sommerdienst“, sagt Dorel. Sie würde sich freuen, wenn sich Einheimische und Touristen auf das erhöhte Müllaufkommen im Sommer einstellen würden. „Perfekt wäre es, wenn alle den von ihnen verursachten Müll auch wieder mitnähmen.“ Denn öffentliche Mülleimer seien eigentlich nur für geringe Müllmengen gedacht, die unterwegs anfielen – wie beispielsweise ein benutztes Papiertaschentuch. und GRI
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