Ein neues Zuhause für den Kirchenkreis-Bienenschwarm
Nach Imker-Einsatz in der Bäckerstraße – Bienenkönigin hat jetzt einen Namen.

Mit diesem übergroßen Apfelpflücker hat Philipp Werner die Bienen eingesammelt.Foto: Kirchenkreis Lübeck-Laiuenburg
Lübeck. Aus einem ungewöhnlichen Naturschauspiel vor der Kirchenkreisverwaltung ist eine kleine Erfolgsgeschichte geworden – mit Happy End und sogar einer gekrönten Königin. Der Bienenschwarm, der Anfang Juni für Aufsehen in der Lübecker Bäckerstraße sorgte, hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Seine Königin trägt nun den Namen „Bee-Anka“. Als am 3. Juni das laute Summen und Brummen immer deutlicher zu hören war, richteten sich die Blicke vieler Mitarbeitenden der Kirchenkreisverwaltung nach draußen. Am Rande des benachbarten Hermann-Hesse-Parks schwirrten Tausende Bienen durch die Luft. Wenig später hatte sich der Schwarm in einer Magnolie direkt vor dem Verwaltungsgebäude niedergelassen und dort einen beeindruckenden, etwa basketballgroßen Bienentrichter gebildet. Was zunächst wie ein faszinierendes Naturschauspiel wirkte, entwickelte sich jedoch zu einer Situation, die Handeln erforderte. Imker aus Schlutup fing
den Schwarm ein

Der Ast, an dem die Tiere hingen, bog sich bereits bedenklich unter ihrem Gewicht. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass er auf den darunter liegenden Gehweg stürzen würde, wurde Imker Philipp Werner aus Lübeck-Schlutup um Hilfe gebeten. „Mit meinem übergroßen Apfelpflücker habe ich die Bienen eingesammelt und ihnen ein neues Zuhause angeboten“, berichtet der 43-Jährige. In einer vorbereiteten Transportbox fanden die Tiere schnell Zuflucht. Der Imker nahm den Schwarm anschließend mit nach Hause und siedelte ihn in seinem Garten bei seinen anderen Bienenvölkern an. „Ihnen geht es gut und sie fühlen sich wohl“, sagt Werner. Der Schwarm hatte beachtliche Ausmaße. „Als ich ihn in der Hand hatte, habe ich gemerkt, dass er einige Kilo wiegt“, erzählt der Imker. Seine Schätzung: Zwischen 20.000 und 25.000 Bienen waren unterwegs. Bei den Tieren handelt es sich um sogenannte Carnica-Bienen, eine besonders friedliche Honigbienen-Unterart. „In der Schwarmzeit sind die Bienen vor allem damit beschäftigt, gemeinsam eine neue Heimat zu finden“, erklärt Werner. Solche Einsätze gehören für ihn zum Alltag. „Von Anfang Mai bis Ende Juni kommt das sehr häufig vor. Wir haben dieses Jahr schon sechs oder sieben Schwärme eingefangen.“

Es gar Viele kreative

vorschläge für Namen

Die Geschichte der „Kirchenkreis-Bienen“ bewegte auch viele Menschen in den sozialen Medien. Auf dem Instagram-Kanal des Kirchenkreises @kirche_LL wurde die Community aufgerufen, einen Namen für die Bienenkönigin vorzuschlagen. Die Resonanz war groß. Unter den zahlreichen kreativen Ideen fanden sich Namen wie „Beeoncé von Bieneck“, „SaBiene“, „Maja“, „Summtrud“ oder „Queen Victoria“. Schließlich stand der feierliche Moment an: die Krönung der Bienenkönigin. Zunächst musste sie jedoch im Bienenstock gefunden werden. „Die Königin ist größer und hat einen längeren Hinterleib. Deshalb kann man sie mit geschultem Auge meist gut erkennen“, erklärt Werner. Vorsichtig fing er die Regentin mit einem Glasröhrchen ein und brachte ein kleines Opalit-Plättchen auf ihrem Rücken an. „Ihre Krone ist sozusagen ein Opalit-Plättchen mit einer Nummer“, sagt der Imker. „Anhand der Farbe kann man später erkennen, aus welchem Jahr die Königin stammt.“ Die Markierung erleichtere zudem das Auffinden und die Altersbestimmung der Königin. Für die brummende Kirchenkreis-Königin fiel die Wahl schließlich auf den Namen „Bee-Anka“. Der Gewinner oder die Gewinnerin des Namenswettbewerbs darf sich über Honig und eine Holstentor-Kerze aus Bienenwachs freuen. Auf dem Bienenstock prangt inzwischen auch das Logo des Kirchenkreises.





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