Wenn die einzige Zufahrt
zum Nadelöhr wird
Straße zum Bornkamp oft einseitig zugeparkt – Anwohner beschweren sich bei der Stadt – Diese prüft Parkverbot.

Die Maria-Mitchell-Straße: Die Zufahrt zum Wohngebiet Bornkamp ist auf einer Spur zugeparkt.Foto: Simon Behrendt
Lübeck. Dicht an dicht parken Dutzende Autos auf der Maria-Mitchell-Straße. Eigentlich ist das einseitige Parken nichts Besonderes – doch genau an dieser Stelle erregt es den Ärger einiger Anwohner. Denn die Maria-Mitchell-Straße führt vom Hochschulstadtteil über die La-Rochelle-Brücke in das Wohngebiet Bornkamp.

Das Vertrackte an der Situation: Die Brücke über die Bahngleise ist die einzige Verbindung der Wohnsiedlung mit der Stadt. Durch das Abstellen der Autos wird die Zufahrt verengt. Nur noch eine Spur ist dann befahrbar.

Einige Anwohner im Bornkamp sind deswegen besorgt. „Durch die dort parkenden Fahrzeuge wird die Fahrbahn regelmäßig so stark verengt, dass nur eine Fahrspur nutzbar bleibt“, erzählt Anwohner Simon Behrendt. Begegnungsverkehr sei dadurch nur eingeschränkt möglich. „Deshalb müssen Fahrzeuge häufig abrupt anhalten, ausweichen oder teilweise längere Strecken zurücksetzen, um aneinander vorbeizukommen“, sagt Behrendt.

Auch Anwohner Thomas Kohl hält die Situation für bedenklich: „Noch kritischer ist es, wenn dort auch ein Bus fährt.“ Die Linie 8 überquert mehrmals täglich die Brücke. Die Anwohner befürchten, dass im Ernstfall die Zufahrt für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehren erschwert werden könnte.

Selbst mit dem Fahrrad sei es dort oftmals zu eng, erzählt Anwohnerin Theresa Schaube. Sie berichtet von einer typischen Situation: „Nach dem Halteverbot standen in den Bornkamp hinein neun Autos, vier davon direkt auf der Brücke.“

Es gibt Parkverbote auf der Straße, aber nur für kurze Abschnitte. In diese Lücken können die Autofahrer bei Gegenverkehr hineinfahren. Aber: Die Autofahrer können wegen der Kuppe auf der La-Rochelle-Brücke nicht die ganze Straße überblicken – auch nicht, wo die nächste Lücke zum Ausweichen ist.

Das merkte Theresa Schaube auch, als sie eines Tages mit ihrem Fahrrad inklusive Anhänger vom Bornkamp Richtung Stadt unterwegs war. Ihr kam ein Auto entgegen, das nicht ausweichen konnte. Es sei eng geworden auf der knapp 6,50 Meter breiten Straße, sagt Schaube.

Die Anwohner haben die immer wiederkehrende Parksituation an die Stadt gemeldet. „Eine Meldung an die Stadt über das entsprechende Portal habe ich vor knapp drei Wochen gemacht“, sagt Theresa Schaube. Sie habe per E-Mail eine Eingangsbestätigung bekommen, mehr sei bisher aber nicht passiert.

Dass es Beschwerden gibt, das bestätigt auch die Pressestelle der Hansestadt Lübeck. „Bei der Straßenverkehrsbehörde sind am 12. Mai 2026 mehrere E-Mails dazu eingegangen. Daraufhin wurden Ordnungsamt und Polizei um Stellungnahme zu den vorgebrachten Gefährdungen sowie um intensive Verkehrsüberwachung (bis zum 27. Mai 2026) gebeten“, erklärt Nicole Dorel, Pressesprecherin der Stadt Lübeck, auf Anfrage der Lübecker Nachrichten. Nun müsse man die gesammelten Daten durch die Behörden auswerten. „Rückmeldungen liegen hierzu noch nicht vor“, sagt Dorel. „Erst nach Auswertung der Daten können weitere Aussagen getroffen werden.“

Aber woher kommen die Autos? Das ist nicht ganz klar. Die Kennzeichen der Fahrzeuge sind aus Lübeck und Umgebung, Mecklenburg-Vorpommern und Bundesländern, die deutlich weiter südlich liegen. Die Anwohner vermuten, dass es Mitarbeiter des nahegelegenen UKSH und Bewohner eines Gebäudekomplexes in der Nähe sein könnten, in dem viele Studierende wohnen. 30 Parkplätze sind dort offiziell angemeldet, es gibt aber 188 Wohneinheiten.

Die Anwohner hoffen, dass die Stadt bald aktiv wird. Sie wünschen sich ein generelles Parkverbot auf der Maria-Mitchell-Straße. und KST

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