90 Jahre alte Linden gefällt
Rund um St. Petri gibt es nun weniger Grün – Doch die Bäume waren krank und drohten, zur Gefahr zu werden.

Mit großem Gerät ging es an den Bäumen zunächst an die Kronen, bevor sie endgültig gefällt wurden.Foto: Holger Kröger
Lübeck. Eine Absperrung hinderte Menschen unlängst daran, Lübecks Petrikirche zu umrunden. Ein Schild warnte vor herabfallenden Ästen und umstürzenden Bäumen. Im Petrikirchhof dröhnten Motorsägen, Baumpfleger mit schwerem Gerät waren an den Bäumen beschäftigt. Passanten hielten inne und trauerten um die großen alten Linden, deren grüne Kronen bereits vom Kolk aus sichtbar waren und die Altstadt belebten. Doch die Riesen auf dem Kirchhof waren krank und mussten weichen. Andere müssen gepflegt werden.

Der Kirchhof von St. Petri zu Lübeck verändert damit sein Gesicht: Zwei große Linden mussten gefällt werden, zwei weitere Bäume wurden deutlich zurückgeschnitten.

Jahrzehntelang prägten die rund 90 Jahre alten Bäume die Atmosphäre des Innenhofs – als Schattenspender bei Sommerkonzerten, Treffpunkt nach Lesungen oder stiller Ort mitten in der Altstadt. Nun haben Gutachter erhebliche Schäden festgestellt. Ein Sachverständigenbüro für Baumbegutachtung und Baumbewertung hatte die vier Großbäume im Petrikirchhof untersucht.

Dabei wurde bei einer rund 24 Meter hohen Winterlinde „intensive Fäule“ festgestellt. Eine zweite Linde weist massive Wurzelfäule auf. In beiden Fällen sei eine Fällung aus Sicherheitsgründen notwendig geworden. Auch bei einer dritten Linde wurden erste Fäulniserscheinungen entdeckt. Um die Standfestigkeit langfristig zu sichern, soll ihre Krone um etwa 50 Prozent gekürzt werden.

Bei einem etwa 20 Meter hohen Bergahorn ist zudem eine Kroneneinkürzung von rund 25 Prozent vorgesehen. Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg hatte die Maßnahmen beim Fachbereich Umweltschutz der Hansestadt Lübeck beantragt.

„Es betrübt uns alle sehr, zu diesen gravierenden Maßnahmen greifen zu müssen“, sagt Liane Kreuzer, Leiterin der Bauabteilung des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. „Viele Menschen verbinden persönliche Erinnerungen mit diesen Bäumen. Wir alle haben schon unter ihnen gesessen – bei Konzerten und Lesungen, bei einem Stück Kuchen oder mit einem Getränk. Gerade im Sommer prägen sie die besondere Atmosphäre des Petrikirchhofs. Aber so traurig es auch ist: Sicherheit geht vor, deshalb bleibt uns leider keine andere Wahl.“Die Bäume waren bereits in den vergangenen Jahren bei regelmäßigen Kontrollen auffällig. Alle zwei Jahre werden die Bäume routinemäßig überprüft. Zuletzt waren Totholz aus den Kronen entfernt und zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen vorgenommen worden. und NV
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