„Ich war total aufgeregt. Aber als es dann losging, bin ich einfach nur geschwommen“, sagt der Erstklässler. Er nimmt zum ersten Mal an „Jugend trainiert für Olympia“ teil. Und das mit Erfolg! Seine Mannschaft – die Pestalozzi-Schule aus Lübeck – gewinnt das erste Rennen und setzt sich gegen 15 weitere Mannschaften aus Schleswig-Holstein durch. Sein Bruder Fiete ist auch mit dabei. Der Neunjährige ist in der 3. Klasse: „Ich habe die ganze Zeit nur gehofft, dass die anderen langsamer sind und dass ich schneller bin.“
Insgesamt fast 200 Schülerinnen und Schüler aus ganz Schleswig-Holstein waren am Donnerstag im Sportbad St. Lorenz in der Ziegelstraße in Lübeck und nahmen am Landesfinale des Wettbewerbs für Grundschulen teil. Dabei herrschte große Aufregung – nicht nur bei den Schwimmerinnen und Schwimmern. „Aber eine schöne Aufregung“, sagt die Pestalozzi-Sport- und Schwimmlehrerin Yvonne Nitsch. „Wir fiebern alle mit, und die Kinder machen das so toll. Sie unterstützen sich gegenseitig, so ein toller Zusammenhalt.“
Größter Schulsport-Die Aktion „Jugend trainiert für Olympia“ ist ein bundesweiter Wettbewerb, an dem mehr als 800.000 Schülerinnen und Schüler jedes Jahr teilnehmen. Damit ist er der größte Schulsport-Wettbewerb der Welt. In 27 Sportarten werden mittels regionaler Qualifikationsrunden die besten Schulen Deutschlands ermittelt. Die treten dann in Berlin beim großen Bundesfinale gegeneinander an. Allerdings nicht die Grundschulen, sondern nur die weiterführenden Schulen.
So ist der Schwimmwettbewerb etwas Besonderes. Denn hier dürfen schon die ganz jungen Schülerinnen und Schüler an einem professionellen Wettbewerb teilnehmen – und das sogar, obwohl viele von ihnen nicht einmal in einem Verein trainieren. „Solche außerunterrichtlichen Schulsportveranstaltungen sind wichtig, um Kinder an die unterschiedlichen Sportarten heranzuführen“, sagt Christoph Claussen, Kreisschulsportbeauftragter für Lübeck. „Denn nicht jeder traut sich, direkt in einen Verein einzutreten.“ Umso wichtiger werde es, immer mehr solcher Formate über die Schule anzubieten. Und umso erfreuter sei er auch, dass so viele an dem Landesfinale teilnähmen. Denn hinter der Organisation der Veranstaltung stecke viel Arbeit – für ihn und auch für die Schwimmlehrer-Kolleginnen und -Kollegen aus ganz Schleswig-Holstein.
Die Teilnahme
ist freiwillig
Sie sind es, die während des Schwimmunterrichts die Schwimmerinnen und Schwimmer entdecken und dann auf den großen Tag vorbereiten: „Natürlich alles freiwillig“, erklärt Schwimmlehrerin Anabelle Eggers von der OGGS Glashütte in Norderstedt. Sie betont, wie wichtig überhaupt das Schwimmenlernen sei: „Schwimmen ist lebenswichtig. Und zu sehen, dass die Kinder so viel Spaß daran haben, ist toll.“
Und dann geht alles ganz schnell. Alle vier Disziplinen sind „abgeschwommen“: Freistil, Brust, Rücken und Lagen. Der Kreisjugendbeauftragte Claussen bittet zur Siegerehrung der besten Schwimmer aus ganz Schleswig-Holstein: Auf dem dritten Platz landet die Astrid-Lindgren-Grundschule aus Schwentinental bei Kiel, die Dom-Schule Lübeck kommt auf den zweiten Platz und tatsächlich hat die Pestalozzi-Schule aus Lübeck auch in der Gesamtwertung die Nase vorn. Hannes und Fiete nehmen mit ihrer Mannschaft freudestrahlend die Medaillen entgegen.