Neue Funde in St. Marien
Alte Grabplatten unter dem Chorraum eröffnen unerwartete Einblicke in die frühe Geschichte Lübecks.

Im Chorbereich von St. Marien zu Lübeck: Die Grabplatten liefern neue Erkenntnisse zurStadtgeschichte.Foto: 7Türme+
Lübeck. Jüngste archäologische Ausgrabungen unter St. Marien zu Lübeck haben jetzt mehrere alte Grabplatten zum Vorschein gebracht, die sichtbar machen, welche kulturhistorischen Schätze sich unter einem der bedeutendsten Bauwerke der Hansestadt verbergen. Das teilt die Stiftung „7Türme+“ mit, die sich über diese Entdeckungen erfreut zeigt.

Die bisherigen Funde – darunter die freigelegten Reste einer romanischen Basilika aus dem frühen 13. Jahrhundert sowie historische Grüfte und Mauerstrukturen – sind nicht nur für die Geschichte Lübecks und St. Mariens von großer Bedeutung. Diese Entdeckungen strahlen in ihrer historischen Bedeutung weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus. Die Archäologen hoffen nun, auch auf Spuren der frühesten Lübecker Marktkirche und damit auf die Ursprünge der bürgerlichen Stadtentwicklung zu stoßen.

Die Stiftung „7Türme+“ teilt nach eigenen Angaben diese große wissenschaftliche und historische Begeisterung ausdrücklich und freut sich auch sehr darüber, dass im Zuge dieser notwendigen Sanierungsmaßnahmen neue Erkenntnisse gewonnen werden können.

Eine historische
Jahrhundertchance

„Gerade weil St. Marien zu Lübeck als ‚Mutterkirche der Backsteingotik‘ und prägendes Symbol des hanseatischen Bürgertums gilt, besitzen die aktuellen Ausgrabungen eine besondere Strahlkraft“, sagt Dr. Jan-Dirk Verwey, Vorstandvorsitzender der Stiftung „7Türme+“. „Sie machen deutlich, dass diese Kirche nicht nur ein architektonisches Wahrzeichen ist, sondern zugleich ein einzigartiger Geschichtsspeicher, in dem sich die Entwicklung Lübecks seit seinen frühesten Anfängen ablesen lässt und den es unbedingt zu bewahren gilt.“ Die Möglichkeit, im Rahmen der Sanierungsarbeiten Einblicke in diese frühen Bauphasen zu erhalten, sei eine historische Jahrhundertchance.

Die Sanierung von St. Marien bleibt eine zentrale Zukunftsaufgabe für den Erhalt des UNESCO-Welterbes in Lübeck. Die Ausgrabungen schaffen neue wissenschaftliche Erkenntnisse und stärken das öffentliche Bewusstsein dafür, welche Verantwortung mit dem Erhalt eines Welterbes verbunden ist.

Druckansicht