Deshalb wird die Stadt jetzt aktiv. Der Experte zeigt auf ein Schild mit einem Baum und einer Wildblumenwiese. Darauf steht: „Grünstreifen – bitte nicht parken.“
Bußgelder von bisDie neuen Schilder sollen darauf hinweisen, dass auf Grünflächen und unter Bäumen das Parken nicht erlaubt ist. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 100 Euro geahndet werden, auch Abschleppen ist möglich. Parken ist jetzt nur noch auf der Fahrbahn erlaubt.
„Grünstreifen – also bewachsene Flächen entlang von Straßen – erfüllen wichtige Funktionen für das Stadtklima und den Wasserhaushalt“, sagt Peters. Werden diese Flächen befahren oder beparkt, werde der Boden stark verdichtet. Dadurch könnten Regenmengen schlechter versickern, Wasser staut sich oder läuft oberflächlich ab. Gleichzeitig werde die Gras- und Wiesennarbe zerstört, die eigentlich den Boden schützt, Wasser speichert und Lebensraum für Kleinstlebewesen bietet.
Auch für die Bäume hat das Folgen. Ihre Wurzeln bekommen weniger Sauerstoff und Wasser, wodurch die Vitalität sinkt. „Langfristig können die Bäume geschwächt werden oder sogar absterben“, erklärt Peters. Das könne man an dem kleinen Kirschbaum sehen. „Es ist ein Sterben auf Raten.“
Bäume sind wieDass Stadtbäume eine wichtige Aufgabe übernehmen, ist wissenschaftlich erwiesen. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigen, dass Stadtbäume nicht nur das Klima in dicht bebauten Gebieten verbessern, sondern auch direkte Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Menschen haben.
In einer aktuellen Untersuchung heißt es, Bäume wirkten wie „natürliche Klimaanlagen“: Sie senkten Temperaturen, verbesserten die Luftqualität und könnten Starkregenfolgen abmildern. Gerade in dicht bebauten Bereichen könnten Bäume helfen, Hitzeinseln zu reduzieren und die Belastung durch extreme Wetterereignisse abzufedern. Zudem fühlen sich Menschen in grüneren und baumreicheren Umgebungen nachweislich wohler und weniger gestresst.
„Zum Schutz der Bäume und Grünflächen gilt daher: Parken auf Grünstreifen ist unzulässig“, sagt Fabian Kloth, Leiter des Kommunalen Ordnungsdienstes.
Bislang wurden neun dieser Schilder aufgestellt, alle in St. Gertrud. Sie stehen in der Elsässerstraße, Lothringer Straße und Danziger Straße, weil dort gerade neue Kirschbäume und Baumhasel gepflanzt wurden. Sie ersetzen ältere und nicht mehr standsichere Bäume.
Doch die Schilder werden nicht nur in diesen drei Straßen stehen. Das Parken auf Grünflächen wird schrittweise im gesamten Stadtgebiet nicht länger geduldet. „Eigentlich ist das Parken auf Grünflächen ohnehin nicht erlaubt. Nur wenn das entsprechende Schild den Standort dafür ausweist“, erkärt Kloth. Sieht der Autofahrer ein Schild mit einem weißen Auto auf blauem Grund und einen „P“, ist Parken erlaubt. Ansonsten nicht.
Wo genau weitere Hinweisschilder aufgestellt werden, prüft die Stadt. Dort könnten gegebenenfalls Parkplätze ersatzlos wegfallen. Gerade in Vierteln mit ohnehin knappen Parkmöglichkeiten könnte das zu Problemen führen. Dieser Konflikt ist der Stadt bewusst. Gleichzeitig betont sie jedoch, dass auch das Wohl der Bäume berücksichtigt werden müsse – nicht zuletzt mit Blick auf das Stadtklima.