Hauseigentümer, deren Immobilien in Gebieten mit Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen liegen, müssen vor der Installation von Anlagen die Genehmigung der städtischen Behörden einholen. CDU, Grüne und FDP wollen diesen Genehmigungsvorbehalt in den Gebieten, die hauptsächlich die Vorstädte betreffen, kippen.
Damit solle der Klimaschutz entbürokratisiert werden. Außerdem würden die Behörden Investitionen in Klimaschutz zu häufig verhindern, sagen die Mehrheitsfraktionen im Rathaus.
Die Architekten mahnen in einem offenen Brief: „Die nun teilweise seit Jahrzehnten etablierten Satzungen sind nicht als Willkürakt einer regelungswütigen Verwaltung entstanden, sondern aus der Erkenntnis, dass die Lübecker Vorstädte einen Wert darstellen, den es zu erhalten gilt.“
„Die betroffenen Vorstädte bestechen weiterhin durch ihren besonderen ästhetischen Wert und die damit verbundene Lebensqualität“, schreiben Inga Mueller-Haagen und Ingo Siegmund für das Architekturforum und die Regionalgruppe Lübeck des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten (BDA). Ziel der Satzungen sei, „ein Einvernehmen zwischen geplanten Vorhaben und dem schützenswerten Charakter der Quartiere herzustellen.“ Das Verfahren sei niedrigschwellig und unbürokratisch im Vergleich zu einem Bauantrag. Erfahrungen aus der Praxis würden zeigen, „dass der Prozess häufig zu einem kon-struktiven Austausch zwischen Antragstellenden und Verwaltung führt.“ Die Architekten fordern die Politiker auf, „eine Aufweichung der Erhaltungssatzungen nicht zu beschließen“.
Die Grünen haben andere Erfahrungen gemacht. „Wir wissen, dass der aktuelle Genehmigungsprozess nicht immer zu tragfähigen Lösungen führt“, sagt Baupolitiker Stephan Wisotzki. Solche Entscheidungen würden Bürger demotivieren.
Die meisten modernen Anlagen seien bereits so gestaltet, dass sie sich behutsam in das Stadtbild integrieren ließen, sagt Arne-Matz Ramcke, Fraktionsvize der Grünen im Rathaus. Der Anblick von Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen würde immer üblicher. Momentan würden viele Eigentümer aber noch den Aufwand des zu komplexen Verfahrens scheuen.