Trotz Restarbeiten: Naturbäder starten pünktlich in die Saison
Falkenwiese, Marli und Kleiner See öffnen am Freitag – Verein hat 1,3 Millionen Euro in die Sanierung investiert.

Das Naturbad Falkenwiese ist seit Mitte Mai, wieder geöffnet. Gleiches gilt für die Bäder Marli und Eichholz/Kleiner See.Foto: Timon Ruge
Lübeck. Die Badesaison beginnt in den Lübecker Naturbädern in diesem Jahr mit einem Kompromiss: Die Bäder öffnen für die Besucher, obwohl an einigen Stellen noch Bauzäune stehen und Handwerker letzte Arbeiten erledigen. Trotz laufender Sanierungen sind die Naturbäder Falkenwiese, Eichholz/Kleiner See und Marli wie geplant am 15. Mai in die neue Saison gestartet.Der Gemeinnützige Verein Naturbäder Lübeck hält damit am traditionellen Saisonauftakt fest, auch wenn nicht alle Maßnahmen bis dahin abgeschlossen sein werden. Besonders imNaturbad Marli müssen sich Badegäste in den ersten zwei Wochen noch auf Einschränkungen einstellen: Es gibt zunächst nur kalte Außenduschen, und in den Sanitäranlagen fehlen noch Trennwände. Deshalb wird für diese Zeit ein Toilettenwagen bereitgestellt.

Grund sind umfangreiche Bauarbeiten, die sich teilweise bis in den Saisonstart gezogen haben. In Marli wurde im Zuge der Modernisierung unter anderem die komplette Elektrik erneuert, eine neue Hebeanlage ist installiert, alte Leitungen aus Wänden und Böden wurden entfernt.

„Auf Grund der starken Frostperiode im Winter lagen wir mit den Arbeiten circa sechs Wochen zurück“, erklärt Vereinsvorsitzender Andreas Pawlowski. Ziel sei es dennoch gewesen, den Badebetrieb pünktlich zu ermöglichen.

Naturbad Kleiner See ohne
zusätzlichen SchwimmstegAuch im Naturbad Eichholz/Kleiner See hat sich einiges getan: Eine neue Spundwand soll künftig verhindern, dass Sand vom Strandbereich abgetragen wird. Zudem wurden Begrenzungspfähle zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerzone ersetzt und ein neuer Zugangssteg gebaut.

Eine weitere bauliche Maßnahme lässt derweil weiterhin auf sich warten. „Es fehlt leider noch der neue Schwimmsteg, der den Badegästen einen direkten Zugang zum Schwimmerbereich ermöglichen sollte. Dafür gab es erst einmal keine Baugenehmigung, da wir mit dem neuen Schwimmsteg zu viel Bodenfläche beschatten würden“, sagt Pawlowski.

Das Problem: Die gesamte Steganlage darf nur 27 Quadratmeter umfassen, die beim Neubau 2015 genehmigt wurden. Und diese seien schon mit dem neuen Zugangssteg aufgebraucht, so Pawlowski. „Das ist natürlich auch deshalb schade, weil wir damit auch den Kindern, die mit den Booten von Exeo (Verein für Erlebnispädagogik, die Red.) in Eichholz anlegen, ein sicheres An-Land-kommen ermöglichen wollten“, sagt der Vereinsvorsitzende. Finanziert wird der neue Steg von der Possehl-Stiftung und der Sparkassenstiftung zu Lübeck, Fördermittel stehen dafür weiterhin bereit.

Im Naturbad Falkenwiese liegt der Schwerpunkt auf der Erneuerung der Uferbefestigung sowie auf einem neuen Zugangssteg zur Liegewiese. Auch die historischen Umkleidekabinen aus dem Jahr 1905 wurden in die Maßnahmen eingebunden. Die gesamte Anlage erhielt neue Pflasterflächen, außerdem wurden die Duschen nach Jahrzehnten erneuert.Umbaumaßnahmen
kosten 1,3 Millionen Euro

Insgesamt investierte der Verein rund 1,3 Millionen Euro in die drei Lübecker Naturbäder. Im vergangenen Sommer zählten die Anlagen laut Vereinsangaben rund 150.000 Besucherinnen und Besucher – nach etwa 165.000 im Jahr 2024. Als Hauptgrund für den Rückgang wurden wechselhafte Wetterbedingungen genannt.

Die Eintrittspreise bleiben stabil: 3 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Kinder, Jugendliche und Studierende, Familien zahlen 9 Euro, zudem gibt es ermäßigte Abendtarife ab 18 Uhr. Saisonkarten liegen zwischen 35 und 130 Euro. Trotz der Baustellen hofft der Verein auf einen stabilen Sommerbetrieb – und auf viele Badegäste, die sich von den Einschränkungen nicht abschrecken lassen. und KST
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