Antidepressive Effekte im Gehirn dank LSD?
Forschungsteam zeigt strukturelle Veränderungen im Gehirn von Patienten nach LSD-Behandlung.

PD Dr. Mihai Avram (v.li.), Leiter des Psychedelic Neuroimaging Lab, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. Stefan Borgwardt, Leiter der Arbeitsgruppe Translational Psychiatry und Professor an der Universität zu Lübeck, waren bei der Studie federführend.Foto: UKSH
Lübeck. Eine Behandlung mit LSD verursacht bei Patientinnen und Patienten mit Depressionen Veränderungen in den Nervenfaserbahnen des Gehirns. Das hat ein Forschungsteam des UKSH und der Universität zu Lübeck erstmals nachgewiesen.

Laborarbeiten und Tierstudien haben bereits seit Längerem auf Effekte von LSD und anderen bewusstseinserweiternden Substanzen auf das Gehirn hingewiesen. Bisher fehlte jedoch der entsprechende Nachweis beim Menschen, insbesondere im therapeutischen Zusammenhang. Die Forschenden konnten nun zeigen, dass zwei moderate bis hohe Dosen LSD mit einer erhöhten Integrität der weißen Substanz in Hirnarealen einhergehen, die typischerweise bei Depressionen Beeinträchtigungen aufweisen. Gleichzeitig besserten sich die Symptome der Erkrankten über einen Zeitraum von zwölf Wochen. Die Ergebnisse beschreiben damit wichtige biologische Begleitmerkmale der LSD-Wirkung bei Menschen mit Depressionen.

„Die Studie leistet einen Beitrag zum Verständnis, wie die unter Psychedelika beobachtete Besserung der depressiven Symptomatik mit einer messbaren Stärkung der Integrität neuronaler Netzwerke verknüpft sein könnte. Derzeit lässt sich allerdings nicht abschließend feststellen, ob die Veränderung ein Nebeneffekt der abklingenden Depression ist oder durch LSD selbst hervorgerufen wurde“, sagt PD Dr. Mihai Avram, Leiter des Psychedelic Neuroimaging Lab, und gemeinsam mit Prof. Dr. Stefan Borgwardt, Leiter der Arbeitsgruppe Translational Psychiatry, federführend bei dieser Studie.

Eine große internationale Analyse hatte gezeigt, dass Depressionen bei Erwachsenen mit subtilen, aber breit verteilten Veränderungen in der weißen Substanz verbunden sind. Besonders betroffen waren Verbindungen, die bei der Verarbeitung von Gefühlen eine Rolle spielen.

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