Die DLRG Lübeck soll in den kommenden fünf Jahren für die Sicherheit der Badegäste sorgen. Seit 1950 war dies Aufgabe der DRK-Wasserwacht Lübeck. Nach einer Ausschreibung der Stadt erhielt die DLRG den Zuschlag.
Im „Haus der Wasserretter“ am Dünenweg haben Mitglieder der DLRG wochenlang gewerkelt und die Räume schick gemacht. Das Gebäude des ehemaligen Restaurants Strandhalle befindet sich nach einer Erbschaft seit 2017 im Eigentum der Stadt. Nach einer Renovierung nutzte es die Wasserwacht. Zukünftig soll es Domizil der DLRG sein. Im Haus gibt es unter anderem eine große Küche mit Essplätzen, ein Wohnzimmer, etliche Lagerflächen sowie Schlafräume und zwei Apartments.
Insgesamt 20 Betten stehen den Rettungsschwimmern zur Verfügung. „Wir können in den Apartments bis zu drei Personen unterbringen. Das ist ein großer Vorteil und ein Anreiz für Mitglieder, die Strandwache zu übernehmen und gleichzeitig mit ihrer Familie vor Ort zu sein“, sagt der stellvertretende DLRG-Vorsitzende Gerrit Pentzin. Die Viermastbark „Passat“, die am Passathafen auf dem Priwall liegt, werde weiterhin von den Wachgängern genutzt, die in Travemünde ihren Dienst versehen. Dort ist die DLRG traditionell für die Strandwache zuständig.Der alte hölzerne Wachturm, der in seinen oberen Etagen viele Jahre auch als Schlafplatz diente, soll aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Übernachtung zur Verfügung stehen. „Es geht auf engen Treppen steil nach oben, das ist viel zu gefährlich“, sagt Gerrit Pentzin. Deshalb sei der Zugang jetzt mit Holzplatten gesperrt worden. Im Erdgeschoss des Turms wurden das Büro der Wachleitung, eine kleine Küche sowie ein Sanitätsraum eingerichtet.
Das markante Gebäude, das von fast jeder Stelle des Priwallstrands aus zu sehen ist, bleibt jedoch die Hauptwache. Personell besetzt werden am Strand wie bisher der Turm in der Nähe des Hundestrands sowie der mobile Container mehrere Hundert Meter entfernt Richtung Landesgrenze zu Mecklenburg. Dort wird auch ein Rettungsboot verfügbar sein, zudem an jeder Wacheinheit ein Rettungsbrett.
Die Wache auf dem Priwall wird täglich von 9.30 bis 18 Uhr besetzt sein, in den ersten Wochen mit sieben Rettungsschwimmern, später zur Hochsaison mit bis zu elf. „Es sieht sehr gut aus. Wir haben Anmeldungen unter anderem aus Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und einigen anderen Bundesländern“, sagt DLRG-Vize Pentzin.
Hilfreich für die Suche nach ehrenamtlichen Einsatzkräften sei das große Netzwerk, das die DLRG Lübeck in der Vergangenheit aufgebaut habe. „Wir freuen uns auf unsere neue Aufgabe und sind guter Dinge, dass wir wie in Travemünde auch auf dem Priwall für die Sicherheit der Badegäste sorgen werden.“
Die DLRG Lübeck wurde 1920 gegründet, ist einer der größten Vereine der Hansestadt und mit über 15.000 Mitgliedern die größte Gliederung der Rettungsorganisation in Schleswig-Holstein. Mehr als die Hälfte sind Kinder und Jugendliche. Seit 2026 gehört sie auch zu den Hilfeleistungsorganisationen im Katastrophenschutz der Stadt Lübeck. Mehr über die DLRG unter luebeck.dlrg.de