Alkoholverbot am Hauptbahnhof gefordert
Auch Betteln und Schlafen sollten in dem Bereich untersagt werden.

In vielen Städten gibt es Alkoholverbotszonen. Lübeck sollte dem Beispiel folgen, findet die Junge Union.Foto: Uwe Zucchi
Lübeck. Die Junge Union will das Lübecker Stadtbild verbessern. Die Nachwuchsorganisation der CDU fordert im Bereich des Hauptbahnhofs, des Zob sowie auf dem Lindenplatz ein Alkoholverbot. Zudem sollen in der Unterführung vom Hauptbahnhof zum Zob, im Hauptbahnhof selbst sowie auf dem Lindenplatz Betteln und das Schlafen im öffentlichen Raum nicht mehr erlaubt sein. Parallel dazu will die Junge Union verstärkt auf soziale Wohnangebote und gezielte Hilfsmaßnahmen setzen.

„Gerade in einem Tourismus-Konkurrenzkampf muss Lübeck standhalten können“, sagt Ferry Eskelsen, stellvertretender Kreisvorsitzender der Jungen Union Lübeck. „Das Erste, was ein Tourist in Lübeck sieht, sind dreckige Orte und betrunkene Menschen, die dich belästigen.“

Auch Denkmäler sollen sauberer werden

„5-Sterne Lübeck“ heißt das Konzept, das die Junge Union erarbeitet hat. Dazu gehört auch, Denkmäler und Statuen, darunter die von Kaiser Wilhelm I. und Otto von Bismarck, regelmäßig zu reinigen und zu pflegen. Weiterhin sollten offensichtlich abgestorbene Bäume entfernt und ersetzt werden.

Die Junge Union will die Hansestadt gezielt zu einer modernen und attraktiven Tourismusmetropole weiterentwickeln. Für Bürger und Besucher solle ein sicheres, gepflegtes und einladendes Umfeld geschaffen werden. Gleichzeitig gehe es auch um den Schutz der Pendler, die täglich auf sichere und geordnete Bedingungen im öffentlichen Raum angewiesen seien.

Die Finanzierung der Maßnahmen soll laut Junge Union nicht durch neue Schulden erfolgen. „Dafür müssen wir im Haushalt die richtigen Prioritäten setzen“, sagt Ferry Eskelsen. Ob es jetzt einen entsprechenden Vorstoß der CDU in der Lübecker Bürgerschaft geben wird, ließ die Junge Union offen.

Kommunen dürfen
Verbotszonen einrichten

In Schleswig-Holstein ist es den Kommunen neuerdings erlaubt, Alkoholverbotszonen in öffentlichen Bereichen einzurichten. Das Kieler Kabinett hat Ende Januar einer Gesetzesnovelle zugestimmt. Das Land will damit das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken. Bestimmte Plätze sollen damit laut Innenministerin Magdalena Finke (CDU) sicherer und sauberer werden.

Die Lübecker Stadtverwaltung hat bislang keinen Bedarf gesehen, von der neuen Möglichkeit Gebrauch zu machen. Dem Ordnungsamt lägen keine Zahlen vor, die die Einrichtung entsprechender Zonen unterstützen könnten, hieß es kürzlich. Die Landeshauptstadt Kiel hingegen hatte angekündigt, Alkoholverbotszonen einzurichten. und HVS
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