Diese will den Radverkehr künftig am Rande des Platzes entlangführen. Über Moislinger und Fackenburger Allee müssen Radfahrer die dortigen Ampel-Überwege nutzen. An den Zufahrten zur Hansestaße und zum Holstentor entstehen neue Furten für die Überquerung der Fahrbahn. Sollten die Unfallzahlen dort hoch bleiben, behält sich die Stadt das Aufstellen von Ampeln vor.
Aus Richtung Hansestraße und aus Richtung Holstentor ist für Autofahrer nur noch eine einspurige Ein- und Ausfahrt möglich. Zwischen Willy-Brandt-Allee und Lindenplatz wird eine Fahrspur stadtauswärts künftig allein den Radfahrern vorbehalten sein.
„Der Handlungsbedarf ist seit vielen Jahren bekannt“, sagt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos). An etlichen Stellen seien einzelne Maßnahmen umgesetzt worden. So wurden am Lindenteller an zwei Ausfahrten Ampeln aufgestellt. Die Ausfahrt aus dem Innenkreis wurde eingeschränkt. Aber die Unfallzahlen blieben weiterhin hoch. Die zuständige Fachaufsicht, der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, hätte der Stadtverwaltung Druck gemacht und damit gedroht, den Platz für Radfahrer zu sperren, so Joanna Hagen. Deswegen sei die nun kommende temporäre Umgestaltung wichtig. „Es ist uns klar, dass es keine perfekte Lösung ist.“ Bei den meisten Kreisverkehren in Lübeck bestehe Handlungsbedarf. „Aber wir können die Stadt nicht an allen Ecken gleichzeitig aufreißen“, sagt sie. Das Vorgehen, die Dinge nach und nach anzugehen, werde aber von der Fachaufsicht zunehmend weniger mitgetragen, sagt die Senatorin.
„Wie können die Belange eines zügigen ÖPNV berücksichtigt werden?“, will Detlev Stolzenberg (Unabhängige) im Bauausschuss angesichts der beiden einspurigen Zufahrten wissen. Die Stadt müsse dort auf eine Spur heruntergehen, mehr sei nicht zulässig, antwortet eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Denkbar sei eine Lösung wie am Mühlentorplatz. Dort muss sich der Kfz-Verkehr kurz vor dem Teller in die Busspur einfädeln.
Während die Politik die Planung positiv sieht, ist das Stimmungsbild bei den Lübeckern im sozialen Netzwerk Facebook geteilt. Einige halten die Menschen für das Problem, nicht die Gestaltung. „Durchgezogene Linien werden ignoriert, das Blinken beim Ausfahren findet zu oft nicht statt. Autofahrer im Innenkreis erzwingen sich die nicht vorhandene Vorfahrt, schneiden rücksichtslos den vorfahrtsberechtigten Verkehr im Außenkreis“, schreibt ein User. Ein anderer meint: „Die Radfahrer fahren wie die Wilden, daher die Unfälle.“ „Gut so, wird Zeit“, kommentiert ein Leser. „Hätten alles so lassen sollen, wie es früher war. Kam jeder mit zurecht“, lautet eine weitere Stimme.Nach 2032 soll der Platz grundlegend umgebaut werden. Die Stadtverwaltung hat hier selbst einen Turbo-Kreisverkehr ins Gespräch gebracht. Dieser soll aktuell auch für den Mühlentorplatz geprüft werden. Dabei müssen sich Autofahrer ihrem Fahrziel entsprechend vor der Einfahrt auf der richtigen Spur einordnen. Im Kreisverkehr ist dann durch bauliche Maßnahmen kein Spurwechsel mehr möglich. Das soll mehr Sicherheit bringen und den Verkehr beschleunigen.