Die Schau der Metropolregion Hamburg beleuchtet die rund 300 Kilometer lange ehemalige innerdeutsche Grenze, die Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt voneinander trennte. Im Mittelpunkt steht, wie diese Grenze das Leben der Menschen, die wirtschaftlichen Verflechtungen sowie Natur und Landschaft in der Region geprägt hat.
Dabei richtet die Ausstellung den Blick auch auf die Zeit vor der vollständigen Abriegelung. Sie zeigt, wie das Leben entlang der zunächst noch durchlässigen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg aussah und wie sich diese Grenze im Laufe der Jahre zu einer streng gesicherten und zunehmend unüberwindbaren Trennlinie entwickelte. Im Zentrum stehen Fragen nach den Lebensrealitäten im Zonenrandgebiet und im Sperrgebiet sowie nach dem Alltag der Menschen, die unmittelbar an der Grenze lebten.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wandel nach der Wiedervereinigung. Die Ausstellung thematisiert das Zusammenwachsen der zuvor getrennten Regionen und die damit verbundenen Herausforderungen. Dabei geht es sowohl um strukturelle Veränderungen als auch um persönliche Erfahrungen, Brüche und neue Verbindungen.
Grundlage der Ausstellung ist das Leitprojekt „Grenzgeschichte(n)“ der Metropolregion Hamburg. Im Rahmen des Projekts seien an zahlreichen Erinnerungsorten Materialien gesichtet und ausgewertet sowie Interviews geführt worden. Auch der Verein der Grenzdokumentationsstätte Lübeck-Schlutup hat Materialien beigesteuert.
Eine besondere Rolle spielt dabei der Lübecker Stadtteil Schlutup. Er war der nördlichste Grenzübergang zur DDR und zugleich der einzige auf dem Gebiet einer Großstadt. Die ehemalige Grenze verlief von der Ostsee bis zum Ratzeburger See und folgte über weite Strecken den Flüssen Trave und Wakenitz.