Radreisen 2026: E-Bike-Touren und Bikepacking
Ob Transalp-Tour oder Pilgern by Bike: So finden Sie die passende Radreise

Eine mehrtägige Tour mit dem E-Bike oder Gravelbike will gut vorbereitet sein. Foto: Rene Schmidt/ Adobe Stock
Kaum ein touristisches Segment ist nach wie vor so gefragt wie der Urlaub auf zwei Rädern. Im Jahr 2025 haben rund 3,3 Millionen Menschen in Deutschland mehrere Tage Urlaub mit dem Fahrrad gemacht, wie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ermittelt hat. Ein Impulsgeber dabei ist das E-Bike. Steigungen verlieren ihren Schrecken und die Distanzen werden planbarer. Wer mehrere Tage mit E-Bike oder Gravelbike (geländegängige Rennräder) unterwegs sein will, muss sich dennoch vorbereiten. Denn Route, Rad und Ausrüstung müssen zusammenpassen. Ein Überblick.

Klassische Radreisen: Organisiert unterwegs mit dem E-Bike

Für viele beginnt der Radurlaub klassisch organisiert. Die Tour ist gebucht, das Gepäck wird transportiert, die Etappen stehen fest. Meist geht es mit dem Bus los, die Räder fahren auf dem Anhänger mit. Gefahren wird auf bekannten Strecken wie Donau-Radweg, Ostseeküste oder über die Alpen.

Typische Vertreter sind die Touren- und Trekking-E-Bikes der Marken Pegasus, Kettler, Cube, Kalkhoff, Riese & Müller, KTM oder Hercules. Sie sind mit stabilen Gepäckträgern, einer komfortablen Geometrie und meist aufrechter Sitzposition ausgestattet und ihre Akkus sind auf Langstrecke ausgelegt.

E-Bike: Mehr Reichweite,
mehr Zielgruppen

Im Zentrum steht der Antrieb. Systeme von Bosch und Shimano dominieren den Markt, dazu kommen Hersteller wie Yamaha, Brose oder zunehmend auch Pinion mit integrierten Antriebseinheiten. In der Praxis arbeiten die meisten Tourenräder mit Mittelmotor, kombiniert mit Akkus zwischen 500 und 750 Wattstunden.

Je nach Unterstützungsstufe sind damit Reichweiten von 80 bis 150 Kilometern realistisch, in flachem Terrain auch mehr. Geladen wird in der Regel über Nacht in der Unterkunft, viele Anbieter richten ihre Etappen inzwischen genau nach diesen Ladezyklen aus.

In jedem Fall hat das E-Bike Radreisen spürbar verändert. Was früher an Kondition oder Zeit gescheitert ist, lässt sich heute deutlich entspannter planen. Steigungen verlieren ihren Schrecken, Gegenwind wird kalkulierbar, und auch längere Etappen bleiben so machbar.

Dazu kommen neue Typen wie SUV-E-Bikes, die für mehr Komfort auf unbefestigten Wegen sorgen. Unterm Strich bedeutet das: Mehr Menschen fahren mehrtägig Rad. Und sie fahren Strecken, die sie sich früher nicht zugetraut hätten.

Bikepacking: Unterwegs mit Gravelbike und leichtem Setup

Parallel dazu hat sich mit dem Bikepacking eine weitere Form des Radreisens etabliert. Gefahren wird mit Gravelbikes oder leichten Tourenrädern, die über 40 bis 50 Millimeter breite Reifen, mehrere Montagepunkte am Rahmen sowie eine Geometrie verfügen, die auch mit Gepäck für Stabilität sorgt. Die Räder stammen von Marken wie Rose, Surly, Salsa, Pivot oder Marin und eignen sich für längere Gravel- und Mehrtagestouren.

Anstelle klassischer Packtaschen kommt ein kompaktes Setup zum Einsatz. Unter dem Sattel befindet sich die „Arschrakete“, eine Satteltasche für Kleidung. Diese wird ergänzt durch eine Rahmentasche sowie die „Lenkerrolle“ oder „Heckflosse“ für Schlafsack oder Zelt. Hersteller wie Ortlieb, Apidura oder Restrap haben dafür eigene Systeme entwickelt. Diese liegen eng am Rahmen und halten das Rad auch auf Schotter, bei hohem Tempo oder in längeren Abfahrten stabil.

Bikepacking: So gelingt der Einstieg

Viele starten beim Bikepacking direkt vor der eigenen Haustür. Gerade rund um Schleswig-Holstein und entlang der Küste bieten sich kurze Touren oder sogenannte Overnighter an.

Wer so einsteigt, merkt schnell, dass weniger die Strecke, sondern die Vorbereitung von der Ausrüstung bis zur Etappenplanung entscheidend ist. cs
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