Breitner beruft sich auf die neuesten Daten des Lübecker Mietspiegels 2025. Danach stiegen die Bestandsmieten seit 2023 durchschnittlich um 1,3 Prozent pro Jahr. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 8,69 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Von 2021 auf 2023 stiegen die Bestandsmieten um jährlich 5,1 Prozent.
Die SpannbreiteDie fünf im VNW organisierten Lübecker Vermieter mit rund 21.000 Wohnungen würden im Durchschnitt deutlich niedrigere Mieten als die ortsübliche Vergleichsmiete nehmen, sagt VNW-Chef Breitner: „Unsere Mitgliedsunternehmen sorgen dafür, dass Wohnen bezahlbar bleibt – auch in angespannten Märkten wie Lübeck.“
Große Wohnungen zwischen 65 und 85 Quadratmetern, die zwischen 1969 und 1978 gebaut wurden, sind laut neuem Mietspiegel schon mal für 5,94 Euro pro Quadratmeter kalt zu haben. Größere Wohnungen aus den 1950er- und 1960er-Jahren werden für 6,23 oder 6,28 Euro vermietet. Allerdings ist die Spannbreite der Mieten groß. Kleine, neuere Wohnungen können dafür auch 18,33 Euro pro Quadratmeter netto kalt kosten.
Der Mietspiegel arbeitet mit Daten aus einer aufwendigen Befragung von Mietern und Vermietern. Die aktuelle Datenerhebung von 2025 berücksichtigt laut der Stadt auch umfassende Modernisierungen an den Gebäuden. Dabei würden nur solche Mieten einbezogen, die in den vergangenen sechs Jahren neu vereinbart oder erhöht worden sind.
Die in dem Zahlenwerk ausgewiesenen Mieten werden „ortsübliche Vergleichsmiete“ genannt und liegen in der Regel deutlich unter den Angebotsmieten, die bei Neubezug von Wohnungen aufgerufen werden.
Immobilienmarktbericht weist deutliche Mietsteigerungen aus
Andere Zahlen zur Mietenentwicklung in der Hansestadt präsentiert der neueste Immobilienmarktbericht der Sparkasse zu Lübeck, der die Entwicklung von 2021 bis 2025 unter die Lupe genommen hat. Danach kostet die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter in Lübeck 11,73 Euro. In den vergangenen fünf Jahren sei die Miete um 2,32 Euro pro Quadratmeter teurer geworden – ein Plus von 24,6 Prozent.
In Moisling sind die Mieten danach mit 9,60 Euro pro Quadratmeter kalt am günstigsten, in Travemünde mit 14,47 Euro am teuersten. In St. Jürgen sind die Mieten innerhalb eines Jahres um 6,45 Prozent gestiegen, in St. Gertrud um 7,4 und in Schlutup sogar um 7,5 Prozent. Der Immobilienbericht kombiniert Daten aus Inseraten, Datenbanken der Sparkasse sowie statistische Modelle.
Mieter müssen deutlichDie Kaltmiete ist ohnehin nur eine Seite der Medaille. Was Wohnen zusätzlich teuer macht, ist die Entwicklung der Betriebskosten. Die Ausgaben für Heizen und Warmwasser hätten sich für Mieterinnen und Mieter von 2021 bis heute verdoppelt, sagt Thomas Klempau, Geschäftsführer des Lübecker Mietervereins.
Betriebskosten für Dienstleistungen wie Hauswart, Treppenhausreinigung oder Winterdienst seien durch höhere Mindestlöhne stark gestiegen. Die Beiträge für die Gebäudeversicherung hätten sich seit 2020 fast verdoppelt. Unter dem Strich bedeute das bei einer 75 Quadratmeter großen Wohnung Heizmehrkosten von 600 bis 800 Euro und zusätzliche Betriebskosten von 300 bis 400 Euro im Jahr, erklärt der Mieterverein.
Die Mieten würden zudem durch die energetische Ertüchtigung von Wohngebäuden steigen. Die Heizkostenersparnis durch geringeren Energiebedarf würde das nicht kompensieren, sagt Thomas Klempau: „Stattdessen fällt die Mieterhöhung regelmäßig höher aus als die eingesparten Heizkosten.“