Lübecker Kinder kämpfen für Skaterpark in Kücknitz
Anlage kostet drei Millionen Euro – Jugendliche haben in Kiel wegen der Finanzierung vorgesprochen.

Kinder und Jugendliche aus dem Bracheweg in Kücknitz haben sich mit der schleswig-holsteinischen Finanzministerin Silke Schneider (Mitte) getroffen.Foto: Tobias Preß
Lübeck. Mutiger Auftritt: Kinder und Jugendliche aus dem Bracheweg in Kücknitz haben bei der Kieler Finanzministerin Silke Schneider (Grüne) vorgesprochen. Grund: Auf einem Sandplatz am Trave-Gymnasium soll ein sogenannter Adrenalin- oder Skaterpark entstehen. Der kostet bis zu drei Millionen Euro. Die Jugend aus Kücknitz will jetzt Geld sammeln.

Warum machen sich gerade Kinder und Jugendliche aus dem Bracheweg, einer kleinen Sackgasse, stark für den Freizeitpark? Dort wohnt Ralf Giercke, bürgerliches Mitglied in mehreren politischen Ausschüssen der Bürgerschaft für die Grünen. Den baten die jungen Leute aus dem Bracheweg um Unterstützung.

Giercke stellte den Kontakt zum Lübecker Landtagsabgeordneten Jasper Balke her, der vermittelte zur Finanzministerin. „Die Idee, die Ministerin wegen der Finanzierung des Parks zu fragen, kam von den Kindern und Jugendlichen“, sagt Ralf Giercke.

Ein Bus wurde gechartert und ab ging es in die Landeshauptstadt. Mit dabei auch der Vorsitzende des Gemeinnützigen Vereins Kücknitz, Georg Sewe, der ebenfalls für den Adrenalinpark kämpft.

Draußen ist nichts mehr

für Kinder über zwölf

Die Kinder und Jugendlichen schilderten der Ministerin und dem Landtagsabgeordneten, dass es in Kücknitz an Freizeitmöglichkeiten fehle. „Wir können uns nur noch bei unseren Freunden treffen, draußen finden wir nichts mehr für Kinder über zwölf“, sagte Svea, „wir brauchen den Adrenalinpark.“

Die Finanzministerin sicherte den Kindern zu, dass sie im Landeshaushalt nach Fördermöglichkeiten suchen werde. Der Freizeitpark könne auch ein gefördertes Leuchtturmprojekt für die bevorstehende 80-Jahr-Feier des Landes Schleswig-Holstein werden.

50.000 Euro für

eine Machbarkeitsstudie

Der Landtagsabgeordnete Jasper Balke (Grüne) will prüfen lassen, ob Geld über den Sportentwicklungsplan des Landes eingeworben werden kann. Die 7 bis 16 Jahre alten Kinder und Jugendlichen aus Kücknitz wollen zudem Stiftungen und Unternehmen ansprechen. Ralf Giercke: „In Dreiergruppen wollen sie bei den Institutionen vorsprechen.“

Die Bürgerschaft der Hansestadt hat im Haushalt für dieses Jahr 50.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für den Freizeitpark bereitgestellt. Diese soll im Herbst vorliegen. Der Adrenalinpark soll ein offener Treffpunkt für Kinder und Jugendliche sein und Angebote für Skate-, Bike- und Trendsportbegeisterte bündeln. und DOR
Druckansicht