Die neue Attraktion soll bereits am 1. April öffnen. Hier können sich Besucher unter anderem auch auf einer 3D-Schwarzlicht-Minigolfanlage im Gebäude und einem 27-Loch-Adventure-Minigolfplatz im Außenbereich sportlich betätigen. Zudem wollen die Betreiber rechtzeitig zum Saisonstart auf dem Areal mit Blick auf die Ostsee einen Beachclub eröffnen.
So soll der Priwall
wieder attraktiv werden
Die schwimmende Bühne am Passathafen soll wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden, die Promenade auf dem Priwall wieder attraktiv werden. „Wir haben die Bühne und die Priwallpromenade seit Jahresbeginn in unser Portfolio der öffentlichen Flächen aufgenommen und bieten diese Drittveranstaltern als Veranstaltungsfläche an“, sagt der Geschäftsführer des Lübeck und Travemünde Marketing (LTM) Christian Martin Lukas.
Zudem seien Ideen entwickelt worden, die Bühne beispielsweise mit kleinen Sundowner-Konzerten zu bespielen. Weitere Veranstaltungsformate seien ebenfalls denkbar, etwa im Rahmen der Travemünder Woche, um die Priwallseite intensiver in das Geschehen einzubinden.
Um das touristische Angebot stärker ganzjährig auszurichten und qualitativ weiterzuentwickeln, hat Wirtschaftssenatorin Pia Steinrücke (SPD) jetzt zudem eine „tourismusfachliche Zukunftswerkstatt“ initiiert. An der Initiative sind 20 Institutionen und Leistungsanbieter beteiligt, darunter die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft, der Kurbetrieb, Lübeck und Travemünde Marketing (LTM) sowie die städtischen Bereiche Schule und Sport und Stadtplanung. Zentrale Aufgabe: den Priwall nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Triste Promenade und
Ausfall der Fähre
Dass die touristische Erschließung des Priwalls sich nicht zu einer Erfolgsgeschichte entwickelte, zeichnete sich schon lange ab. 2017 unter dem Namen Waterfront eröffnet und später in Beach Bay umbenannt, verlor die in großen Teilen der Bevölkerung von Anfang an umstrittene 180-Millionen-Euro-Ferienanlage auf dem Priwall nach dem Boom in den ersten Jahren deutlich an Attraktivität.
Tagestouristen blieben aus, unter anderem, weil die Personenfähre zur Halbinsel oft ausfiel und die gastronomischen Angebote wenig einladend oder reduziert waren. Die triste Promenade wurde wegen fehlender Begrünung als Betonwüste bezeichnet. In den Straßen herrschte zu Saison-Spitzenzeiten nahezu ein Verkehrschaos, bis im Sommer 2022 Halteverbotszonen eingerichtet wurden. Danach entspannte sich die Lage ein wenig.
Botanisch rüstete die Stadt Lübeck als Eigentümerin der Promenade auf: Im Frühjahr 2025 wurden für 500.000 Euro mehr als 40 Bäume und andere Gehölze gepflanzt. Vor zwei Jahren wurde die Markthalle, in der gastronomische Betriebe, Bekleidungsgeschäfte und eine Bar untergebracht waren, zur Bay Hall umbenannt. Eine neue Veranstaltungs-Location sollte es werden, mit moderner technischer Ausstattung und Platz für bis zu 500 Personen auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern.
Doch die Räumlichkeiten waren oft für geschlossene Veranstaltungen gebucht. Urlauber und Tagestouristen, die nur eine Currywurst essen oder ein Bier trinken wollten, mussten draußen bleiben. Im Herbst 2024 wurden die Türen der Bay Hall dauerhaft geschlossen. Der Gebäudekomplex steht nach wie vor zum Verkauf, ebenso wie das Parkhaus am Dünenweg.
Schwimmende Bühne liegt
seit einem Jahr brach
Im März 2025 folgte dann die Schließung des Bay Centers, ein Indoor-Zentrum mit 2000 Quadratmetern Fläche und einem großen Außenbereich mit Abenteuergolf und Beachvolleyballanlage. Eine schwimmende Bühne, die die Stadt Lübeck 2024 für 55.000 Euro im Passathafen bauen ließ, wurde im ersten Jahr noch häufig für Live-Musik genutzt, 2025 jedoch lag sie brach.
In sozialen Netzwerken wurde und wird die Entwicklung auf dem Priwall eifrig kommentiert, ein Nutzer findet deutliche Worte: „Der neue Priwall, Hässlichkeit, fantasielos gestaltet, unendlich viele Chancen vertan.“
zweites Werkstattgespräch für den Herbst geplant
Nun soll eine „tourismusfachliche Zukunftswerkstatt“ neue Impulse bringen. Für den Herbst ist ein zweites Werkstattgespräch in großer Runde vorgesehen. Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff fordert ganz konkret eine „niederschwellige und preislich attraktive Gestaltung der Fährnutzung“, insbesondere für Fußgänger und Radfahrer. Und LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas kündigt an: „Wir wollen Transparenz in Verantwortlichkeiten schaffen und Schnittstellen optimieren, damit die Aufenthaltsqualität auf dem Priwall weiter steigt.“