Auf einem 3315 Quadratmeter großen Bereich soll der Bau der Genossenschaft in U-Form errichtet werden. Neben vier frei finanzierten Wohnungen (15 bis 18 Euro pro Quadratmeter) sind 42 der Wohneinheiten für den 1. Förderweg gedacht. Infrage kommen Menschen mit geringem Einkommen. Der Preis liegt bei 6,93 Euro pro Quadratmeter. 28 Wohneinheiten laufen über den 2. Förderweg – für Menschen mit mittlerem Einkommen. Hier liegt der Preis bei 8,65 Euro pro Quadratmeter.
Die Vorgaben, über die Förderwege eine Wohnung mieten zu können, sind komplex, da sie nicht nur ans Einkommen, sondern unter anderem auch an die Anzahl der Mieter, Kinder und die Wohnungsgrößen gekoppelt sind. Ein ungefährer Orientierungswert in Schleswig-Holstein ist die Einkommensgrenze von 23.000 Euro nach Berücksichtigung von Frei- und Abzugsbeträgen für einen Einpersonenhaushalt für den 1. und 27.600 Euro für den 2. Förderweg. Für Familien mit zwei Kindern gilt eine Einkommensgrenze von 45.500 Euro im 1. und 54.600 im 2. Förderweg. Bei letzterem könnten Familien mit einem Bruttojahreseinkommen von rund 80.000 Euro berechtigt sein.
„Gerade was den 2. Förderweg betrifft, scheuen sich tatsächlich viele, nachzufragen und zu schauen, ob sie dafür infrage kommen. Doch ein genauer Blick lohnt sich wirklich“, sagt Christine Koretzky vom Vorstand des Lübecker Bauvereins.
Wohnungen zwischen
46 und 106 Quadratmeter
Gebaut werden Wohnungen mit 2 bis 4 Zimmern, die zwischen 46 und 106 Quadratmeter groß sind. Auch eine Schule und eine Kita sowie ein Kinderspielplatz sollen entstehen. Außerdem: 25 Tiefgaragenstellplätze sowie 176 Fahrradstellplätze in der Tiefgarage und im Außenbereich. Wichtig ist der Genossenschaft das soziale Miteinander. Deshalb ist neben den Wohnungen auch ein Gemeinschaftsraum geplant. Solche Räume hätten sich bei anderen Wohnprojekten bewährt, sagt Christine Koretzky. Das „Team Nachbarschaft“ der Genossenschaft helfe vor allem zu Beginn, die Mieter zusammenzuführen und den Raum mit Leben zu füllen.
Boden musste zuerst
verdichtet werden
Bis die Wohnungen bezugsfertig sind, dauert es aber noch etwa zwei Jahre, die Fertigstellung ist also fürs erste Quartal 2028 vorgesehen. Bevor der Hochbau überhaupt beginnen kann, musste zuerst der Boden verdichtet werden, sagt Stefan Probst, ebenfalls vom Vorstand des Bauvereins.Große Torfschichten wurden mit einem speziellen Unterdruckverfahren zusammengepresst, um einen tragfähigen Boden herstellen, damit Rohre, Kanäle und Leitungen in den Straßen nicht absacken. In den Boden werden jetzt sogenannte CMC-Säulen (Controlled Modulus Columns) gesetzt. Das sind Betonsäulen, die die Tragfähigkeit eines Gebäudes verbessern sollen. Insgesamt werden 498 Säulen eingesetzt, pro Säule wird 1,45 Kubikmeter Beton verwendet – insgesamt 722 Kubikmeter. „Wie ein Nagelbrett, nur andersherum“, so beschreibt es Marc Dreyer, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Geniner Ufer. Die Gesellschaft besteht aus der Lübecker Firmengruppe Schütt und der Jacob Sönnichsen AG aus Flensburg und ist zuständig für das komplette Wohnprojekt zwischen Possehlstraße, Geniner Ufer, Bei der Gasanstalt und Welsbachstraße.Der Lübecker Bauverein investiert am Geniner Ufer circa 25,5 Millionen Euro.