Fleischerei Oldekop: Neuanfang mit italienischem Flair
Salvatore Ferina übernimmt das Geschäft in Eichholz – Jörg Oldekop wird in beratender Funktion im Betrieb bleiben.

Neuer und alter Chef: Die Fleischermeister Salvatore Ferina (re.) und Jörg Oldekopp werden aber auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten.Foto: Oliver Pries
Lübeck. Mittagszeit in der Fleischerei Oldekop in der Brandenbaumer Landstraße in Lübeck: Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Anwohner aus dem Quartier holen sich hier ihren Mittagstisch oder bestellen schon einmal für morgen vor. Ausgehungerte Handwerker stärken sich am Stehtisch. Es gibt Kasselerauflauf. Bald soll es hier auch schwäbische und italienische Spezialitäten geben. Denn die beliebte Fleischerei bekommt einen neuen Chef.

Maultaschen und Salsiccia

auf dem Speiseplan

Für Jörg Oldekop ist es bereits der zweite Versuch, seine Traditionsfleischerei in Eichholz an einen neuen Inhaber zu übergeben. Die erste Übergabe an einen langjährigen Mitarbeiter scheiterte Anfang 2025. Über diesen Versuch redet der Fleischermeister aber nicht gerne. Stattdessen möchte der 62-Jährige nach vorne schauen: Am 1. April will er sein Geschäft an Salvatore Ferina übergeben.

Der 34-jährige Fleischermeister kommt aus Baden-Württemberg und hat italienische Wurzeln. In der Fleischerei Oldekop will er künftig auch Spezialitäten aus seiner Heimat anbieten. „Ich bin Italo-Schwabe, es gibt hier bald also Maultaschen und Salsiccia“, sagt Ferina lachend. Und noch etwas wird anders: Aus der Fleischerei Oldekop wird die Fleischerei Ferina.

„Ich finde es gut, dass Salvatore seinen Namen einbringt“, sagt Noch-Chef Jörg Oldekop. Die Außendarstellung der Fleischerei, die Mitarbeiter, die Herzlichkeit, die Qualität – all das bleibe den Kunden in Eichholz aber erhalten, sagt Oldekop. Er selbst werde in beratender Funktion im Betrieb bleiben.

Oldekop ist begeistert von seinem Nachfolger. „Salvatore ist der beste Wurstmacher, den ich kenne“, lobt der Fleischermeister. Es ist dieses Handwerk, das Ferina nach eigener Aussage in seiner bisherigen Anstellung in einem großen Supermarkt bislang vermisst hat. „Wir werden auch weiterhin auf Qualität setzen“, kündigt der Chef in spe an.

Ruhestand ist nichts

für den Fleischermeister

Kann Jörg Oldekop da nicht eigentlich beruhigt in den wohlverdienten Ruhestand gehen? Könnte er, will er aber nicht. „Ruhestand ist nichts für mich“, sagt der Fleischermeister. Deswegen hat Oldekop noch weitere Pläne. So möchte er weiterhin Grill-Seminare geben, in denen die Teilnehmer jede Menge über Fleisch lernen können. „Fleisch ist ein wertvolles Genussmittel, für das ein Tier sein Leben ließ“, sagt Oldekop. „Nur, was wir unbedingt zum Leben brauchen, sollte getötet werden.“ und OP
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