Fit für die Motorradsaison Motorrad-Retter Steven Cassilly gibt Tipps für den sicheren Saisonstart
Vor dem Start in die neue Saison sollten Biker erstmal das Motorrad gründlich durchchecken.Foto: AA+W/Adobe stock
Einer, der täglich sieht, was auf zwei Rädern passieren kann, ist Steven Cassilly von der Motorradstaffel der Johanniter aus Lübeck, Eutin und Bad Oldesloe. Er und die übrigen Mitglieder der ehrenamtlichen Staffel sind vor allem im Norden im Einsatz. Sie unterstützen Sanitätsdienste und sichern Großveranstaltungen wie den Motorradgottesdienst (MoGo) am 19. April in Lübeck.
Damit Motorradfahrer gar nicht erst in Situationen geraten, in denen sie Hilfe brauchen, setzt der 31-Jährige, der privat eine Triumph T120 von 2018 fährt, auf eine gründliche Vorbereitung – auch bei seinem Dienstbike, einer BMW F850 GS. „Nach der Winterpause sollte man nicht einfach losfahren, sondern sich Zeit nehmen und das Motorrad einmal komplett durchgehen.“
Erstens: Der WOLKE-Check. Bei den Lübecker Johannitern gibt es dafür eine einfache Merkhilfe, „WOLKE“ – also Wasser, Öl, Licht, Kraftstoff und Elektrizität. „Das heißt: einmal alle Flüssigkeiten kontrollieren, schauen ob die Reifen genug Luft und Profil haben, ob die Kette richtig gespannt und gefettet ist und ob Licht und Elektrik fehlerfrei funktionieren“, erklärt Steven Cassilly. Gerade beim Motorrad sei ein technischer Check besonders wichtig. „Beim Auto kann auch mal etwas kaputtgehen. Aber beim Motorrad sind die Folgen während der Fahrt oft deutlich gravierender.“Zweitens: Schutzausrüstung prüfen. Neben der Technik spielt auch die Schutzausrüstung eine große Rolle. Gerade zu Beginn der Saison empfiehlt Cassilly, vor allem auf Sichtbarkeit zu achten. „Die Autofahrer sind nach dem Winter oft nicht darauf eingestellt, dass wieder Motorräder unterwegs sind“, sagt er. „Man muss ein bisschen für die Autofahrer mitdenken.“
Alles, was einem im Straßenverkehr besser sichtbar macht, könne dabei helfen, zum Beispiel Reflektoren, Warnwesten oder Helme in auffälligen Farben.
Auch moderne Schutzsysteme könnten zusätzliche Sicherheit bieten. Sogenannte Airbag-Westen etwa würden im Falle eines Sturzes den Oberkörper schützen. „Das ist ein ziemlich gutes Tool“, so der Motorradhelfer der Johanniter. „Das kann einem im wahrsten Sinne des Wortes den Nacken retten.“
Drittens: Langsam wieder an die Maschine gewöhnen. Neben Technik und Ausrüstung braucht auch der Fahrer etwas Eingewöhnung. Nach mehreren Monaten Pause fehlt vielen Motorradfahrern zunächst die Routine. „Man selber ist ja auch nicht mehr so fest im Sattel wie zum Ende der Saison“, sagt Cassilly und hält es deshalb für sinnvoll, die ersten Fahrten ruhig anzugehen und defensiv zu fahren.Praxistipp für die erste Ausfahrt. Für den Wiedereinstieg empfiehlt der Motorradretter zunächst eine ruhige Runde. „Zum Warmwerden kann man ruhig erst einmal ein bisschen im Stadtgebiet fahren“, rät der Johanniter-Biker. „Da hat man nicht so die Geschwindigkeiten und kann sich wieder ans Motorrad gewöhnen – mit Start und Stopp.“ und cs