Die Landeshauptstadt Kiel ist im Gegensatz zur Hansestadt bei Instagram (53.000 Follower) und Facebook (19.500 Follower) aktiv. Die Themenpalette reicht von Olympia-Bewerbung über Ganztagsbetreuung bis zum Programm der Stadtbibliothek. Bei Linkedin kommt Kiel auf 9800 Abonnenten, bei Youtube sind es 1250.
Lübeck hat bei Linkedin knapp 1700 Follower. Dort berichtet die Verwaltung unregelmäßig. Zuletzt ging vor zwei Monaten ein Beitrag über Kita-Fachkräfte online. Bei Youtube (562 Abonnenten) postete die Stadt zuletzt die Grußworte zum Jahreswechsel von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) und Stadtpräsident Henning Schumann (CDU). Ein Ausbau sei nicht geplant, schreibt die Stadtverwaltung. Sie hat immer wieder darauf hingewiesen, dass sie rechtliche Hürden sieht. 2011 ordneten die Landesdatenschützer die Deaktivierung der Facebook-Fanpage der Lübecker Wirtschaftsakademie an. Der Grund war die Erhebung von Daten durch Facebook, ohne dass Nutzer eingewilligt hätten. Der Rechtsstreit zog sich über zehn Jahre hin. Das Vorgehen der Datenschützer sei rechtens gewesen, lautete am Ende das Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Schleswig. Thorsten Fürter weist auf ein neues Urteil des Verwaltungsgerichts Köln hin. Das hatte entschieden, dass die Facebook-Seite der Bundesregierung online bleiben darf. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, entgegnet die Lübecker Stadtverwaltung. Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) habe Berufung eingelegt.
Bei Instagram und Facebook vertreten ist hingegen Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Mit seinen persönlichen Accounts ist er erfolgreich. Bei Instagram hat er fast 7000 Follower, bei Facebook 7200. Dort berichtet er regelmäßig über seine Arbeit. Die Stadtverwaltung betont, dass sie an den Social-Media-Kanälen des Bürgermeisters nicht beteiligt sei. Sie stelle jedoch im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Pressemeldungen, Fotos oder Filme zur medialen Nutzung frei zur Verfügung. Betreiber oder Nutzer von privaten Social-Media-Kanälen stehe es frei, öffentlich zugängliche Informationen einschließlich Fotos weiterzuverbreiten.
Thorsten Fürter findet den Weg, dass der Bürgermeister Informationen über die Arbeit der Stadtverwaltung verbreitet, „nicht sehr elegant“. Sollte Jan Lindenau eines Tages aus dem Amt scheiden, wären diese Accounts für einen Nachfolger nicht nutzbar. Das wäre bei offiziellen städtischen Kanälen anders. Zuständig für den Betrieb der beiden vorhandenen Accounts sind die Bürgermeisterkanzlei und die Pressestelle der Stadt. Laut Antwort an Thorsten Fürter würden keine finanziellen oder personellen Ressourcen für eine Ausweitung der Aktivitäten zu Verfügung stehen. Dass die Stadt bei Linkedin und Youtube vertreten sei, sei immerhin ein guter Anfang. „Nun wäre es sinnvoll, den nächsten Schritt zu gehen.“ Im Lübecker Umland bewerten etliche Behörden die rechtliche Situation offenbar anders als die Hansestadt. Die Kreisverwaltung Herzogtum Lauenburg ist auf Instagram (1346 Follower) und Facebook (703 Abonnenten) vertreten. Der Kreis Stormarn erreicht auf Facebook 7161 und auf Instagram 5811 Follower. Dem Instagram-Account des Kreises Ostholstein folgen 3850 Personen. Die Pressestelle der Stadt Eutin betreibt seit einigen Monaten einen Instagram-Kanal mit bislang 225 Followern.