„Förderung ist eine Herzensangelegenheit“
10.000-Euro-Spende der Schwartauer Werke für die Gedenkstätte Ahrensbök.

Markus Kohrs-Lichte, Vorsitzender des Vorstands der Schwartauer Werke, und Vanessa Krabiell, Leiterin Unternehmenskommunikation, lassen sich die Stationen des Todesmarsches 1945 durch Bad Schwartau und Ostholstein von Dr. Ingaburgh Klatt (nicht im Bild), der stellvertretenden Vorsitzenden der Gedenkstätte Ahrensbök, erklärenFoto: Gedenkstätte Ahrensbök
Ahrensbök. Mit einer Spende von 10.000 Euro unterstützen die Schwartauer Werke künftig die Arbeit der Gedenkstätte Ahrensbök. Bei der symbolischen Übergabe der Spende in der Gedenkstätte erklärte der Vorstandsvorsitzende Markus Kohrs-Lichte, die Förderung sei ihm „eine Herzensangelegenheit“ vor dem Hintergrund der Unternehmenshistorie. „Die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte ist für uns Verpflichtung und Auftrag zugleich“, so Kohrs-Lichte. „In den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur haben die Schwartauer Werke ihre politische Neutralität aufgegeben und sich den damaligen Machthabern angepasst. Dieses Wissen prägt unser heutiges Selbstverständnis zutiefst. Als Unternehmen stehen wir in der Verantwortung, aktiv zu einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft beizutragen. Wir setzen deshalb ein klares Zeichen für Vielfalt, für eine offene, bunte Gemeinschaft und für den Schutz unserer demokratischen Werte.“

Die Schwartauer Werke haben zu ihrem 120. Firmenjubiläum 2019 ihre Unternehmensgeschichte vom Historiker Christian Voigt aufarbeiten lassen. Demnach waren alle Mitglieder des Vorstandes spätestens ab 1937 Mitglieder der NSDAP, die Beitritte erfolgten zu unterschiedlichen Zeitpunkten, keiner vor 1933. Laut Aufzeichnungen wurde ein jüdischer Bankier in der Zeit aus dem Aufsichtsrat entfernt. Während des Zweiten Weltkriegs waren laut den wenigen Informationen, die vorliegen, rund 110 osteuropäische Arbeitskräfte und weitere 37 Personen unter anderem aus Belgien und der Sowjetunion bei den Schwartauer Werken beschäftigt.

Das Geld sei eine große Hilfe für die Arbeit der Gedenkstätte, erklärte Dr. Ingaburgh Klatt, stellvertretende Vorsitzende des gemeinnützigen Trägervereins. Konkret werde es für den Einbau einer Filteranlage beim hauseigenen Brunnen verwendet. Die Gedenkstätte ist nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen und muss ihr Trinkwasser selbst fördern. Die Filteranlage ist eine behördliche Auflage, die den Etat der Gedenkstätte sprengen würde.

Die Gedenkstätte Ahrensbök ist das einzige erhaltene Gebäude in Schleswig-Holstein, in dem die Nationalsozialisten bereits 1933 ein frühes Konzentrationslager einrichteten. Am 8. Mai feiert die ehrenamtlich geführte Gedenkstätte ihren 25. Geburtstag mit einem Festprogramm.

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