Ausgangspunkt der Retro-spektive ist Thomas Manns Familienroman „Buddenbrooks“, der 1901 erschien und dem Autor 1929 den Literaturnobelpreis einbrachte. Die Filmauswahl bezieht sich auf literarische Vorbilder aus Skandinavien, die Mann bei der Arbeit an seinem Debütroman kannte, sowie auf deren Weiterentwicklungen im nordischen Kino. Die Nordischen Filmtage kooperieren dafür erneut mit den Museen in Lübeck. Bereits zum 100. Jubiläum von „Der Zauberberg“ hatte es eine Zusammenarbeit gegeben.
Das Buddenbrookhaus greift das Jubiläum mit der Ausstellung „Family Affairs“ auf. Sie beginnt am 30. Oktober 2026 im St.-Annen-Museum. Thematisch steht die Familie als wirtschaftliche und soziale Einheit im Mittelpunkt. Thomas Mann verwies 1926 selbst auf skandinavische Familienromane als Vorbilder für „Buddenbrooks“.
Zur Retrospektive gehören Werke von Nobelpreisträgern wie Bjørnstjerne Bjørnson und Knut Hamsun sowie Dramen von Henrik Ibsen. Hinzu kommen Kaufmannsromane des norwegischen Autors Alexander Kielland, dessen Vater in den 1830er-Jahren in Lübeck lebte und dort eine Handelsschule besuchte. Mehrere der gezeigten Filme basieren auf literarischen Vorlagen, die Thomas Mann bekannt waren. Andere Titel führen die Tradition nordischer Familiensagas fort oder übertragen den skandinavischen Kaufmannsroman ins Medium Film.
Kurator Jörg Schöning beschreibt die Auswahl mit einem klaren thematischen Fokus. „Wie in den ‚Buddenbrooks‘ stehen Firmen und Familien, Geld und Generationen im Mittelpunkt der ausgewählten Filme.“ Gezeigt werden unter anderem Klassiker-Adaptionen wie „Die Wildente“ nach Henrik Ibsen, Langzeitbeobachtungen von Familien wie Ingmar Bergmans „Fanny und Alexander“ aus dem Jahr 1982 sowie Familiendramen um Macht und Besitz wie „Das Erbe“ von 2003.
Alle Filme der Retrospektive sowie das vollständige Programm der 68. Nordischen Filmtage Lübeck werden im Herbst bekannt gegeben. Weitere gemeinsame Veranstaltungen mit dem Buddenbrookhaus sind geplant.